Stadtrats-Wahlen: Wolff: «Sicher kann man sich niemals sein»
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Stadtrats-WahlenWolff: «Sicher kann man sich niemals sein»

Kaum ein Zürcher Stadtrat war zuletzt so oft in den Medien wie der Alternative Richard Wolff. Trotzdem ist der Polizeivorsteher nicht sicher, ob er die Wiederwahl schafft.

von
som
Richard Wolff vor seinem Wahlplakat: Am liebsten möchte er Polizeivorsteher bleiben.

Richard Wolff vor seinem Wahlplakat: Am liebsten möchte er Polizeivorsteher bleiben.

«Wolff bleibt Wolff»: Mit diesem Slogan wirbt AL-Stadtrat Richard Wolff für seine Wiederwahl und verspricht den Zürchern auf seinem Plakat, dass er dieses Unterfangen «mit Biss» anpackt. «Natürlich kann ich als Stadtrat nicht mehr so bissig sein wie früher als Gemeinderat», sagte der Polizeivorsteher am Dienstag, als er mit seinem Komitee den Wahlkampf eröffnete.

Im letzten Frühling wurde der Stadtplaner überraschend in die Zürcher Exekutive gewählt. Zähneknirschend übernahm der am äusseren linken Rand politisierende Wolff damals das Polizeidepartement. «Allen bürgerlichen Unkerrufen zum Trotz ist mit meiner Amtsübernahme kein Chaos ausgebrochen», sagte der 56-Jährige sieben Monate später.

«Die Konkurrenz ist gross»

Immer wieder stand Richard Wolff aber im Fokus der Öffentlichkeit. So etwa beim Korruptionsskandal in der Sittenpolizei oder bei den Hausbesetzungen im Koch- oder Labitzke-Areal. «Negative Berichte gehören dazu», so Wolff. Er sei aber zufrieden mit seiner bisherigen Amtszeit und zuversichtlich, dass er am 9. Februar wiedergewählt wird: «Sicher kann man sich aber niemals sein – die Konkurrenz ist gross.»

Deshalb will er in den nächsten Wochen auf der Strasse und an Podiumsdiskussionen so oft wie möglich Werbung in eigener Sache betreiben – unterstützt wird er dabei von der Band Stiller Has und sogar von alt Gemeinderatspräsident Robert Schönbächler (CVP).

Verständnis für Besetzer

Am liebsten möchte er Polizeivorsteher bleiben und verspricht: «Falls ich wiedergewählt werde, möchte ich in meinem Departement mehr Frauen und Migranten einstellen.» Wichtig sei ihm auch, konstruktive Lösungen zu finden – auch wenn es um Hausbesetzungen wie diejenige auf dem Labitzke-Areal geht. «Es bringt nichts, wenn die Polizei das Gelände gewaltsam räumt», sagt Wolff und zeigte Verständnis für die Besetzer: «Sie wehren sich, dass in der Stadt immer mehr solche kreative Freiräume verschwinden.»

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