Asche über Europa: «Wolke wurde grosszügig interpretiert»
Aktualisiert

Asche über Europa«Wolke wurde grosszügig interpretiert»

Bundesrat Moritz Leuenberger äussert sich zur momentanen Situation am europäischen Himmel. Er nahm in Brüssel an der Konferenz der Verkehrsminister teil.

Bundesrat Moritz Leuenberger.

Bundesrat Moritz Leuenberger.

Die Aschewolke habe «alle vorgesehenen Gesprächsthemen überschattet», sagte der Vorsteher des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Montag nach einem Treffen mit EU- Verkehrskommissar Siim Kallas in Brüssel. Leuenberger war mit dem Zug nach Brüssel gereist und verabschiedete sich früh, um ebenfalls per Bahn zurück in die Schweiz zu fahren.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand statt des Schienenverkehrs allerdings die Wolke und ihre Folgen für den Flugverkehr. So konnte er direkt mit Kallas einer Videokonferenz mit Direktoren aller Lufträume beiwohnen. Dazu gehörten die Länder des Luftraumblockes Zentraleuropas (FABEC), darunter die Schweiz, alle weiteren EU- Staaten sowie die USA.

Korridore freigeben

In diesem Rahmen wurden Korridore besprochen und definiert, in denen ab Dienstag wieder geflogen werden könnte. Wo und in welcher Höhe ein Korridor entsteht, wird momentan mit Testflügen geprüft. «Sicher wird es auch Korridore über der Schweiz geben», sagte Leuenberger. Bei der Freigabe des Luftraums gehe es nicht um einen politischen Entscheid, sondern die Sicherheit stehe im Vordergrund.

Bis jetzt sei die Aschewolke aus Sicherheitsgründen «sehr grosszügig interpretiert worden». Nun biete sich die Chance nur noch im Gefahrenbereich Verbote zu erlassen. Über die Korridore müsse letztlich auf Ministerebene entschieden werden.

Oberhalb von 6000 Metern sei der Luftraum in der Schweiz ja bereits wieder offen. Was darunter liege, so der Verkehrsminister, müsse technisch machbar sein. Zudem müssten die Umwelt- und Lärmschutzvorschriften eingehalten werden. «Es ist nicht vorgesehen, dass Jets auf 50 Metern Höhe über die Häuserdächer brausen.» Notrecht solle nicht angewendet werden.

Entschädigung für Swiss?

Aufgeworfen wurde in Brüssel auch die Frage nach staatlichen Hilfen für Fluggesellschaften. «Dass die Schweizer Regierung Hilfe für die Swiss ins Auge fasst, kann ich nicht bestätigen», sagte Leuenberger dazu. Die Swiss gehört der Lufthansa und würde laut Leuenberger mitentschädigt, wenn Deutschland die deutsche Fluggesellschaft unterstützen würde.

Der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle schloss bei einer deutlichen Verlängerung der Luftraum-Sperre staatliche Hilfen nicht aus. Dagegen wies Verkehrsminister Peter Ramsauer Forderungen nach Schadenersatz für die Luftfahrtbranche zurück, wie die Deutsche Presseagentur dpa schreibt.

(sda)

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