Brisante SFV-Idee: «Wollen wir Doppelbürger in der Nati?»
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Brisante SFV-Idee«Wollen wir Doppelbürger in der Nati?»

Der SFV-Generalsekretär hat einen brisanten Plan, wie Spieler mit mehreren Nationalitäten an die Nationalmannschaft gebunden werden könnten.

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fra/mal
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Die Geste, die grosse Diskussionen auslöste: Nach dem erlösenden 2:1 im WM-Spiel gegen Serbien zeigte Xherdan Shaqiri den Doppeladler.

Die Geste, die grosse Diskussionen auslöste: Nach dem erlösenden 2:1 im WM-Spiel gegen Serbien zeigte Xherdan Shaqiri den Doppeladler.

Keystone/Laurent Gillieron
Zuvor hatte sich schon Granit Xhaka nach seinem Tor dazu hinreissen lassen.

Zuvor hatte sich schon Granit Xhaka nach seinem Tor dazu hinreissen lassen.

Keystone/Laurent Gillieron
In der Jubeltraube formte Xhaka nochmals den Adler.

In der Jubeltraube formte Xhaka nochmals den Adler.

Keystone/Laurent Gillieron

Am Rückreisetag der Nati nahm Alex Miescher, Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), nochmals Stellung zum Spiel, das zum Nati-Aus führte. «Es war einfach nicht gut genug», befand er. Den Auftritt beim enttäuschenden 0:1 im Achtelfinal gegen Schweden betrachtet er zwar nicht als blutleer, «aber der Funke ist nicht gesprungen».

Auch die Emotionen rund um den Doppeladler-Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri im Spiel gegen Serbien (2:1) waren nochmals Thema: «Ich hatte wirklich nie das Gefühl, dass die Doppeladler-Geschichte intern so gross war. Das Team war überrascht, welche Aufregung deswegen entstanden ist. Ich glaube eher, dass die Dramaturgie des Spiels sehr emotional war. Es stimmt, dass es von aussen Fragezeichen gab, was die Art und Weise betrifft, wie wir mit der Angelegenheit umgegangen sind. Ich bin immer noch sicher, dass wir richtig gehandelt haben, als wir von der Mannschaft alle Einflüsse von aussen ferngehalten haben», so Miescher.

«Eine Idee, die in mir gewachsen ist»

Der Generalsekretär hat einen Plan, wie Spieler mit mehreren Nationalitäten früh an die Nati gebunden werden könnten: «Es ist eine Idee, die in mir gewachsen ist», so Miescher. «Die Vorfälle mit den Doppeladlern haben gezeigt, dass es eine Problematik gibt. Ich denke, wir könnten sie angehen. Wir schaffen ja auch Probleme, wenn wir die Mehrfachnationalität ermöglichen. Nicht nur auf den Fussball bezogen.»

Miescher fragt sich, ob die Schweiz nicht ein Interesse daran haben müsste, der aktuellen Regelung einen Riegel zu schieben, um an einer künftigen WM nicht Spieler für andere Nationen ausgebildet zu haben. Daher kommt er zum Schluss: «Man müsste sich vielleicht fragen: Wollen wir Doppelbürger?»

«Wir hören viele Versprechungen»

Der Verband könne ja sagen, dass die Türen in den Förderprogrammen nur noch jenen Nachwuchsspielern offen stehen, die auf eine Doppelbürgerschaft verzichteten, so Miescher. «Wir hören viele Versprechungen und dann ist der Spieler 21 und entscheidet sich für ein anderes Land, weil er dort grössere Chancen auf internationale Einsätze sieht. Ich finde es stossend, dass wir da keine Hebel haben. Ein solcher Spieler hat schliesslich einem anderen einen sehr wertvollen, teuren Ausbildungsplatz weggenommen.»

Laut Miescher will der Verband mit diesem Doppelbürger-Vorstoss die Resonanz prüfen: «Wenn dann alle der Meinung sind, dass es eine Schnapsidee ist, dann ist das für uns auch okay. Aber wir halten daran fest, dass es bei diesem Thema eine Beruhigung braucht.»

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