Corona-Demonstranten: «Wollen wir uns wirklich einsperren lassen?»
Aktualisiert

Corona-Demonstranten«Wollen wir uns wirklich einsperren lassen?»

In mehreren Städten versammelten sich am Wochenende Menschen, um gegen den Lockdown zu demonstrieren. Ihre Forderungen waren sehr unterschiedlich.

Darum gehts

  • In verschiedenen Schweizer Städten fanden am Wochenende Demonstrationen gegen den Corona-Lockdown statt.
  • Eine Augenzeugin berichtet von einer bunten Mischung von Leuten.
  • Interviews vor Ort zeigen, welche Standpunkte die Demonstranten vertreten.
  • Mehrere Dutzend Personen wurden verzeigt.


«Es war einfach nur verrückt. Ich sah Leute mit Aluhüten, tanzende Esoteriker und einen fast nackten Mann, der lediglich mit etwas Fell und einem Protest-Schild bedeckt war», sagt N.B.* Die Bernerin hat die Anti-Lockdown-Demonstration am Samstag beim Bundeshaus aus der Entfernung beobachtet. Rund 500 Personen waren dem Aufruf gefolgt, sich in Bern zu versammeln, um gegen die Corona-Massnahmen und die «Corona-Hysterie» zu demonstrieren. Die Rede war von einer Mahnwache.

Die Demonstrierenden kamen aus den verschiedensten politischen Ecken: «Die Masse kam mir vor wie eine Mischung aus 5G-Gegnern, Verschwörungstheoretikern und Hysterikern», so N.B. Viele hätten ihre Kinder dabeigehabt.

Nazi-Vergleiche und Corona-Hysterie

Gegenüber dem lokalen TV-Sender Tele Bärn bezogen einige Demonstranten Stellung: Vergleiche mit Nazi-Deutschland, Hysterie-Vorwürfe und Prophezeiung von mehreren Krankheits-Wellen wurden geäussert.

«Der Bundesrat treibt unsere Bevölkerung in die Hysterie, in die Arbeitslosigkeit und schliesslich in die Schuldenfalle.»

«Es erinnert an Nazi-Deutschland. Ich will nicht, dass die nachfolgenden Generationen so etwas erleben müssen.»

«Lockdown bedeutet einsperren. Wollen wir uns wirklich einsperren lassen?»

«Unser Immunsystem schützt uns. Es wird noch ein zweite, dritte und vierte Welle kommen.»

Sicherheitsdirektor «blutet das Herz»

Die Versammlung stösst bei Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Unverständnis: «Viele ältere Personen, Leute aus der Risikogruppe, Menschen in Rollstühlen und Kinder waren vor Ort.» Manche Personen hätten sich gar umarmt: «Aus epidemiologischer Sicht blutet mir das Herz», so Nause gegenüber Tele Bärn.

Mehrere Anzeigen

Bei der Demonstration in Bern wurden mehrere Personen verzeigt. «Dies weil sie sich nicht an die polizeilichen Anweisungen hielten respektive diesen nicht Folge leisteten», sagt Jolanda Egger, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern. Gewisse Angaben müssten noch überprüft werden: «Es handelt sich insgesamt aber um mehrere Dutzend Anzeigen», so Egger.

«Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Teilnehmenden ein sehr breit gefächertes Interessensspektrum vertraten und die meisten für die Massnahmen des Bundes keinerlei Verständnis aufbrachten», sagt Egger. Die Kantonspolizei weiss von weiteren Demonstrationen, die in Zukunft geplant seien. «Wir beobachten die Lage laufend», so die Mediensprecherin.

Demos in der ganzen Schweiz

In Bern, St. Gallen, Zürich und Basel gingen mehrere Hundert Menschen auf die Strasse, um für ihre Grundrechte einzustehen. In Bern waren Transparente mit «Der Bundesrat entmündigt das Volk» oder «Grundrechte sind unantastbar, insbesondere in Krisen» zu lesen. Andere Demonstrierende hielten Kartonschilder mit «Eidgenossen lassen sich nicht impfen» und «Medien sind das Virus» in die Höhe, wie die Berner Zeitung berichtet.

(RC)

Deine Meinung