Aktualisiert

«Wollte bleiben, aber meine Frau sagte Nein!»

Eigentlich wollte Zbigniew Szadkowski zum ersten Mal in seinem Leben einen richtigen Hurrikan erleben. Aber dann reiste der 50-jährige Physik-Professor aus der polnischen Stadt Lodz doch wie alle anderen Touristen vorzeitig aus Tecolutla ab.

«Ich wollte bleiben, aber meine Frau sagte 'Nein'», erklärte der Mexiko-Tourist. Es war vielleicht auch besser so. «Dean» war zwar nicht der von manchen erwartete «Monster-Hurrikan», schlug aber mit einer solchen Wucht auf die Küste auf, dass den Bewohnern Hören und Sehen verging.

«Es waren keine Minuten des Schreckens, es waren Stunden», sagte die 30-jährige Catharine Morales aus Kanada, die seit einem Jahr in Majahual an der Ostküste von Yucatán lebt. Dort traf «Dean» mit einer Windgeschwindigkeit von 270 Kilometern in der Stunde zuerst aufs Festland. Morales überstand den Sturm mit ihrem Mann und ihrer sieben Monate alten Tochter Luna. Ihr neues, mit Ziegelsteinen erbautes Haus hielt dem Hurrikan Stand. Lediglich das Dach wurde beschädigt, und die Fenster gingen zu Bruch. «Es war, als ob die Wände explodieren würden», sagte Morales.

Aber der kleinen Familie ging es besser als den meisten anderen Bewohnern von Majahual. Hunderte von Holzhäusern zersplitterten unter dem Ansturm von «Dean». Selbst Stahlträger wurden verbogen. Völlig weggespült wurde die Hälfte des Zementdocks im Hafen. Dieser hat aus dem ehedem verschlafenen Fischerdorf ein viel besuchtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen gemacht.

Im ganzen Ort habe das Wasser hüfthoch gestanden, berichtete der Fischer Jorge Gonzalez. Er fand Zuflucht im hintersten Raum eines Ladens an der Strandfront und musste seinem Hund «Camilo» helfen, den Kopf über die steigende Flut zu halten. «Es gab einen Augenblick, als ich dachte, dass nun alles zu Ende wäre», sagte der 29-Jährige. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.