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TürkeiWollte das Militär die Regierung stürzen?

Versteckte Waffen und Provokationen: Der türkische Generalstab ist nach neuen Berichten über eine Beteiligung an einer Verschwörung gegen die islamisch-konservative Regierungspartei AKP in Erklärungsnot geraten.

Zeitungen berichteten am Dienstag, nach Ermittlungen der Behörden seien entsprechende Akten des Militärs vernichtet und Festplatten gelöscht worden. Bereits im Sommer war der Oberst Dursun Cicek wegen angeblicher Sabotagepläne gegen die AKP verhaftet worden.

Cicek war Mitgliedschaft in einer illegalen Vereinigung vorgeworfen worden. Hintergrund war das Bekanntwerden eines gegen die AKP gerichteten Papiers. Der Generalstab hatte jede Beteiligung bestritten. Inzwischen liege der Staatsanwaltschaft ein anonymes Schreiben vor, in dem ein Offizier genaue Angaben mache, hiess es.

Die türkischen Justizbehörden untersuchen, ob ein früher gefundenes Dokument aus dem Generalstab stammt. In dem Papier wird geschildert, wie die AKP sowie die Bewegung des in der Türkei umstrittenen Islamgelehrten Fethullah Gülen zersetzt werden sollen.

Waffen verstecken

Die mutmasslichen Verschwörer wollten demnach Spannungen innerhalb der AKP provozieren. Vorgesehen war auch, Waffen und Munition in Gebäuden zu verstecken, die von der Gülen-Bewegung genutzt werden.

Diese sollten dann als Beleg dafür herhalten, dass die Bewegung in terroristische Aktivitäten verstrickt sei. Staatsanwälte in Istanbul hatten deswegen Offiziere vernommen. (sda)

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