Detektiv angeheuert?: Wollte sie ihren Mann tot sehen, weil er sie betrog?
Aktualisiert

Detektiv angeheuert?Wollte sie ihren Mann tot sehen, weil er sie betrog?

Einer 37-jährigen Italienerin wird vorgeworfen, sie habe ihren Ehemann ermorden lassen wollen. Dies, weil er ihr angeblich untreu war. Nun muss sie vor Gericht.

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taw
Die Beschuldigte muss sich am Dienstag (27.03.2018) vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verantworten. (Bild: 20M)

Die Beschuldigte muss sich am Dienstag (27.03.2018) vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verantworten. (Bild: 20M)

Wenn aus Liebe Hass wird: So lässt sich wohl die Beziehung zwischen der Angeklagten und ihrem Noch-Ehemann beschreiben. Der Mann (34), der im Prozess als Privatkläger auftritt, zog im August 2016 aus der gemeinsamen Wohnung aus. Weil die Beschuldigte vermutete, er habe eine andere, und nicht wusste, wo er sich aufhielt, entschied sie laut Anklage, ihn observieren zu lassen. Weil sie nicht so gut Deutsch kann, habe sie ihre Tante um Hilfe bei der Suche nach einem Privatdetektiv gebeten.

Die beiden wurden fündig und so wurde Mitte Oktober ein Detektiv mit der Beschattung beauftragt. Weil er jedoch gemäss Anklage nicht die gewünschten Ergebnisse lieferte, wurde das Auftragsverhältnis aufgelöst. Die Aktion kostete die Beschuldigte 8000 Euro. Aufgeben kam aber offenbar nicht in Frage. Kurzerhand suchte sie mit ihrer Tanten einen neuen Detektiv, dieses Mal jemanden, der auch Italienisch spricht. Dieser brachte am Auto des Ehemanns ein GPS-Gerät an und fand so heraus, wo er sich aufhält. Kostenpunkt: 11'000 Franken.

Er wollte die Scheidung

Am 28. Oktober 2016 gegen 22.30 Uhr machte sich die 37-Jährige auf den Weg dorthin. Es war die Wohnung einer Arbeitskollegin ihres Mannes. «Da ihr die Tür nicht geöffnet wurde, wartete sie die ganze Nacht über vor Ort und stellte ihren Ehemann am nächsten Tag zur Rede», heisst es in der Anklageschrift. Dabei sagte er ihr, er wolle die Scheidung. Aus Enttäuschung und Wut darüber, dass ihr Ehemann sie belogen und betrogen und angeblich das gemeinsame Vermögen mit Glücksspielen verspielt haben soll, versuchte die Frau nun, den Detektiv damit zu beauftragen, ihren Ehemann gegen Bezahlung umzubringen. Er lehnte jedoch ab, der Kontakt brach ab.

Also wandte sie sich wieder an den ersten angeheuerten Privatdetektiv. In Telefonaten und Nachrichten hat sie ihm laut Anklage mehrfach unmissverständlich klar gemacht, dass sie ihn dafür bezahlen wolle, dass er ihren Ehemann tötet und es wie einen Unfall aussehen lässt. So schrieb sie etwa: «Diese Arbeit muss funktionieren, nicht ich bezahle und trotzdem diese Mann lebe noch, weisst du?» Und weiter: «Wie ein Unfall, i weiss nicht ich bin nicht keine Professionist aber i will, dass er geht weg von Leben.» Er ging zum Schein darauf ein, um Zeit zu schinden und die Polizei zu informieren. Für den Mord hätte sie ihm 3000 Euro angezahlt und den gleichen Betrag nochmals nach Erledigung des Auftrags ausgestellt.

Waffe aus Tresor gestohlen?

Weiter hat die Frau laut Staatsanwaltschaft Ende Oktober 2016 ihren Onkel damit beauftragt, den Waffentresor ihres Mannes zu öffnen. Sie gab an, den Schlüssel verloren zu haben, und vermutete Unterlagen darin, die ihr Mann vor ihr verstecke. Der Onkel tat wie ihm geheissen. Waren die Unterlagen nur ein Vorwand, um an eine Waffe für den geplanten Mord zu kommen?

Bei einer späteren Hausdurchsuchung wurde bei ihr auf jeden Fall eine Pistole und zwei Dosen Platzpatronen sichergestellt.

Am Dienstag findet der Prozess gegen die Italienerin am Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland statt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung wegen mehrfacher versuchter Anstiftung zum Mord und Anstiftung zur Sachbeschädigung. Das Strafmass wird an Schranken bekanntgegeben, liegt aber nicht unter fünf Jahren Haftstrafe. Zudem soll sie für fünf Jahre des Landes verwiesen werden.

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