Wegen «MeToo»-Anspielungen: Woody Allens Adoptivtochter schreibt Roman und Verlag stoppt Erscheinung
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Wegen «MeToo»-AnspielungenWoody Allens Adoptivtochter schreibt Roman und Verlag stoppt Erscheinung

Dylan Farrow, die Adoptivtochter von Woody Allen, hat ihren ersten Roman veröffentlicht. In Deutschland hat der Verlag nun aber die Auslieferung ihres Werks gestoppt. Grund sei eine fragwürdige Marketingstrategie.

von
Bianca Lüthy
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Dylan Farrow hat ihren ersten Roman verfasst. 

Dylan Farrow hat ihren ersten Roman verfasst.

Twitter
Sie ist die Tochter von Schauspielerin Mia Farrow und… 

Sie ist die Tochter von Schauspielerin Mia Farrow und…

Reuters
…die Adoptivtochter von Regisseur und Schauspieler Woody Allen. 

…die Adoptivtochter von Regisseur und Schauspieler Woody Allen.

REUTERS

Darum gehts

  • Dylan Farrow hat ein Buch verfasst.

  • Die Tochter von Mia Farrow ist auch die Adoptivtochter von Woody Allen.

  • Sie wirft dem Schauspieler vor, sie als Kind misshandelt zu haben.

  • Der deutsche Herausgeber des Buches hat die Auslieferung des Werks gestoppt.

Dylan Farrow hat ihren ersten Roman geschrieben. Der Fantasyroman «Hush» handelt von Magie und Machtmissbrauch und basiere laut Farrow nicht auf ihrem eigenen Leben. Der deutsche Herausgeber des Buches hat nun die Auslieferung kurz vor Erscheinen des Buches gestoppt.

Grund für den Auslieferungsstopp sei eine in den sozialen Medien kursierende Kritik von Buchbloggern, die die Vermarktungsstrategie des Loewe Verlags in Frage stellen. So habe der Verlag das Buch in Verbindung mit der «MeToo»-Debatte und dem mehrfach der sexuellen Gewalt beschuldigten Woody Allen vermarkten wollen.

Die Adoptivtocher von Hollywood-Star Woody Allen und leibliche Tochter von Schauspielerin Mia Farrow wirft Allen seit 1992 öffentlich vor, sie als kleines Mädchen misshandelt zu haben.

Der Roman «Hush» spielt in einer Fantasie-Welt und handelt vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Anspielungen auf die mutmasslichen Misshandlungen aus ihrer Kindheit fehlen – bis aufs Nachwort. Dort schreibt die 35-Jährige über die zerstörerischen Absichten eines «mächtigen Menschen».

«Wollte kein Buch über die «MeToo»-Bewegung schreiben»

Gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sagte Farrow: «Mir ging es darum, ein Buch über die Macht zu schreiben, die eine einzelne Stimme haben kann, wenn man sie dazu einsetzt, unterdrückerische Systeme zu stürzen.» Sie hatte nicht vorgehabt, ein Buch über die «MeToo»-Bewegung zu schreiben, es freue sie jedoch, wenn ihre Leser aus ihrer Arbeit Kraft schöpfen können. «Am liebsten höre ich aber, was jeder Leser selbst mit rausnimmt, anstatt die Geschichte gleich im Vorfeld an eine spezifische Bewegung zu binden», so Farrow.

Auf Twitter äusserte sich Farrow zum Auslieferungsstopp vom Loewe Verlag. Sie bedauere, dass der Verlag ihr Buch mit den Missbrauchsvorwürfen in Verbindung gebracht habe und hätte dies selbst nie befürwortet oder ihre Erlaubnis hierfür gegeben.

Der Verlag hat angekündigt, die vorerst gestoppten Bücher dennoch auszuliefern, aber erst wenn alle Verweise auf Woody Allen überklebt wurden.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Opferhilfe für Betroffene und Angehörige

Pro Juventute, Tel. 147

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du beim Institut Forio.

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