Aktualisiert 27.11.2013 21:19

Für TouristikerWorkshop für den Umgang mit russischen Gästen

Immer mehr russische Touristen finden den Weg nach Luzern. Ein neuer Workshop soll Fachkräften weiterhelfen.

von
Mirjam Boss
Swetlana Reutener leitet das Seminar zur Interkulturellen Kommunikation.

Swetlana Reutener leitet das Seminar zur Interkulturellen Kommunikation.

Eine Statistik von Luzern Tourismus zeigt, dass russische Touristen in der Region Luzern-Vierwaldstättersee immer mehr Logiernächte verbuchen. Im Jahr 2012 waren es deren knapp 30 000 – 25 Prozent mehr als noch vor 5 Jahren. Und in Zukunft sollen noch mehr kommen.

Damit sich Touristiker besser auf die Gepflogenheiten dieser Gäste einstellen können, fand in Luzern gestern ein Workshop statt, der sich an Fachleute aus betroffenen Bereichen wie Gastronomie, Hotellerie und Marketing richtete. Laut Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus soll der Workshop einen Einblick in die russische Kultur bieten, um bessere Dienstleistungen gewährleisten zu können.

Verhalten hat sich geändert

Kursteilnehmer berichteten von ihren Erfahrungen mit russischen Gästen und Kunden – zum Teil durchaus spezielle. Auch Seminarleiterin Swetlana Reutener wies auf russische Eigenheiten hin: «Das Status- und Hierarchiedenken ist bei Russen sehr ausgeprägt.»

Dies illustrierte sie mit einem Beispiel: In einem Hotel in der Region sei extra ein Praktikant eingestellt worden, der russisch sprach. Als die russischen Gäste jedoch festgestellt hätten, dass es sich «nur» um einen Praktikanten handelte, hätten sie nicht mehr mit ihm geredet.

Ein anderer russischer Gast telefonierte in einem Uhrenladen – und blieb einfach dort, als der Laden schliessen wollte.

Das Verhalten der russischen Gäste habe sich jedoch positiv verändert, betont Reutener. Dem pflichtete ein Kursteilnehmer bei: «Vor fünf Jahren gabs noch zerstörte Hotelzimmer. Das kommt heutzutage nicht mehr vor.»

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