Aktualisiert 24.05.2007 14:48

World Trade Center: Staub war tödlich

Der asbestverseuchte Staub des einstürzenden World Trade Centers in New York war für Retter und Anwohner eine tödliche Gefahr. Das wurde jetzt vom obersten städtischen Gerichtsmediziner Charles Hirsch erstmals offiziell anerkannt.

Hirsch schrieb in einem Brief, er sei «über einen vernünftigen Zweifel hinaus» sicher, dass der Staub zum Tod der 42-jährigen Bürgerrechtsanwältin Felicia Dunn-Jones im Februar 2002 beigetragen habe.

Die Entscheidung könnte Auswirkungen auf Hunderte von Fällen haben, in denen Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte gerichtlich darum kämpfen, als Opfer der Terrorangriffe vom 11. September 2001 anerkannt zu werden.

Hirsch erklärte einem Bericht der «New York Times» vom Donnerstag zufolge, er werde die Todesurkunde von Dunn-Jones entsprechend ändern. Statt eines natürlichen Todes soll nun Tod durch Gewalteinwirkung eingetragen werden.

Ausserdem wird ihr Name mit auf die Liste der Anschlagsopfer aufgenommen. Die Zahl der Menschen, die bei den Anschlägen starben, steigt damit nach Angaben der Zeitung auf 2750. Die Opferanwälte begrüssten die Entscheidung.

Felicia Dunn-Jones war dem Staub der zusammenstürzenden Hochhäuser nur vergleichsweise kurz ausgesetzt, als sie von ihrem Büro einige Blocks entfernt nach Hause rannte.

Dennoch bekam sie kurz darauf Atem- und Lungenprobleme und starb fünf Monate später an Sarcoidosis, einer Krankheit, die oft mit Umweltunfällen in Verbindung gebracht wird. Dabei bilden sich an lebenswichtigen Organen kleine Gewebeknötchen, die zusammenklumpen und damit tödlich wirken können.

(sda)

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