Ausgang des Grauens (1): «Wotsch Schläg, Mann?»
Aktualisiert

Ausgang des Grauens (1)«Wotsch Schläg, Mann?»

Wer sich in den Ausgang begibt, will im Allgemeinen Spass haben, andere Menschen treffen, sich amüsieren. Manchmal kommt aber alles ganz anders. 20 Minuten Leser erzählen von Ihren Horror-Erlebnissen beim Ausgehen.

Ärger mit Türstehern, blöde Anmachen, gestohlene Taschen und Rempeleien - mitunter gerät der Ausgang zum ärgerlichen Abenteuer. 20-Minuten-Leser berichten von ihren schlimmsten Erlebnissen. Heute: Michael aus Schaffhausen (Name von der Redaktion geändert).

«Ich war in einem Club in Winterhur und wollte mit einer Lady ein paar fröhliche Stunden verbringen. Der Abend begann super, die Stimmung war gut und die Gäste ausgelassen. Ich musste dann irgendwann zur Toilette. Plötzlich stand da ein Kerl vor dem Waschbecken und versperrte mir den Weg. «Wotsch Schläg?» fragte er mich provozierend. Ich war im Ausgang und hatte keine Lust auf Probleme. «Lass mich in Ruhe, ich will die Hände waschen», entgegnete ich. Er blieb hartnäckig und sagte er gehe nicht.

Im Gegenteil: Er wolle mit mir vor der Tür kämpfen. Der Typ ging mir auf den Keks. Er war etwa zwei Köpfe kleiner als ich und mindestens vier Jahre jünger. Seine Frechheiten nervten mich und ich sagte mir, diese halbe Portion rennt aus Angst sowieso davon und liess mich dummerweise darauf ein. Doch dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Der Kerl hatte vor der Tür plötzlich eine Gruppe von Kollegen um sich herum, die ihn anfeuerten. Der Knirps gab mir eine Ohrfeige und dann waren wir auch schon mitten im Handgemenge. Natürlich kamen ihm seine Kollegen zu Hilfe und ich nahm Reissaus.

Drei verfolgten mich, rissen mich nach ungefähr 200 Meter zu Boden. Dort prügelten sie auf mich ein. Ich konnte nichts tun. Glücklicherweise kam mir ein Pärchen zu Hilfe, dass mit der Polizei drohte. Die drei Typen rannten davon. Ich sah wirklich übel aus. Meine Nase blutete deftig und war ziemlich schräg. Keine Frage, sie war gebrochen. Ein blaues Auge konnte ich ebenfalls vorweisen. Ich informierte meine Kollegin, die von alldem nichts mitbekommen hatte und wir flüchteten.

Noch schlimmer als die Schläge waren die Konsequenzen am nächsten Tag beim Doktor. Weil meine Nase bereits wieder etwas zusammengewachsen war, musste er sie zum Richten gleich nochmals brechen. Das war wirklich mein schlimmster Ausgang. Ich wurde für meine Dummheit gleich zweimal bestraft. Einmal vor dem Club, und einmal beim Arzt. Schlägereien und blöden Typen gehe ich seither weiträumig aus dem Weg.»

Ihr schlimmstes Erlebnis

Haben auch Sie schon einmal einen Ausgang des Grauens erlebt? Sind Sie beim Kneipenbummel auf unliebsame Zeitgenossen gestossen? Wurden Sie bestohlen? Oder entkamen Sie nur knapp einer Katastrophe? Mailen Sie Ihr Horror-Erlebnis an

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