Kolumne und Gegenkolumne: WOZ lehnt Wermuths «Weltwoche»-Lohn ab

Aktualisiert

Kolumne und GegenkolumneWOZ lehnt Wermuths «Weltwoche»-Lohn ab

SP-Nationalrat Cédric Wermuth schreibt eine Kolumne in der «Weltwoche». Die 300 Franken pro Text will er der WOZ spenden. Die lehnt die Spende jedoch ab.

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ofi
SP-Nationalrat Cédric Wermuth will sein «Weltwoche»-Honorar der WOZ spenden. Die lehnt dankend ab, und kontert gleich Wermuths erste Wewo-Kolumne.

SP-Nationalrat Cédric Wermuth will sein «Weltwoche»-Honorar der WOZ spenden. Die lehnt dankend ab, und kontert gleich Wermuths erste Wewo-Kolumne.

Die Wochenzeitung (WOZ) steht am anderen Ende des politischen Spektrums als die «Weltwoche», ziemlich weit linksaussen. Also durchaus dort, wo man den SP-Nationalrat, Ex-Juso-Präsidenten und Polit-Provokateur Cédric Wermuth platzieren kann. Ausgerechnet dieser Wermuth schreibt nun eine Kolumne bei der SVP-nahen «Weltwoche».

In einem Interview mit dem Branchen-Portal Persönlich.com bezeichnet sich Wermuth selbst als WOZ-nahe und die «Weltwoche» als rechtsbürgerlich und reaktionär. Wermuth und «Weltwoche» – da könnte durchaus Zunder drin sein.

Während der Aargauer seine Rolle bei der «Weltwoche» eher kleinredete und sich von der Bezeichnung Journalist distanzierte, kündigte er auch an, dass er sein Honorar, rund 300 Franken pro Kolumne, vollumfänglich dem Pro-WOZ-Förderverein spenden wolle.

«Danke, Cédric. Willst du die Kohle nicht lieber behalten?»

Inzwischen ist der erste Wermuth-Text in der «Weltwoche» erschienen, was die WOZ zum Anlass für eine Antwort an Cédric Wermuth genommen hat: «Danke, Cédric. Das ist sehr lieb von dir. Aber willst du die Kohle nicht lieber behalten?», schreibt Redaktor Daniel Ryser. Er solle doch besser ein paar Mal in den Hammam gehen – das erde, wenn man die Bodenhaftung verloren habe.

Seitenhiebe verteilt die WOZ sowohl wegen Kolumne eins als auch auf Wermuths frühere Verbalangriffe auf Journalisten. Ausgerechnet er, der immer wieder gefordert habe, die Medien müssten linker und angriffiger werden, ausgerechnet er diene sich nun Köppel an. Etwas, das diverse der gescholtenen Journalisten nicht getan hätten, nie tun würden, so Ryser.

Im Persönlich-Interview erklärte Wermuth sein Engagement für die Wewo zur einmaligen Aktion, weil er es grundsätzlich für unmöglich halte, gleichzeitig Journalist und Politiker zu sein – ein Problem, das sein derzeitiger Teilzeitchef Roger Köppel nicht zu haben scheint. WOZ-Autor Ryser sieht darin sowieso nur noch ein Spiel; ein Politspiel, in dem es nur um eines geht, den eigenen Schweinwerfer, um sich selbst zu vermarkten. Umso lächerlicher sei es, «wenn Leute wie Wermuth den Niedergang der Medien beklagen».

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