«DGST»: Wozu braucht die Schweiz diese Talente?
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«DGST»Wozu braucht die Schweiz diese Talente?

Neun Acts sind in der letzten Runde von «Die grössten Schweizer Talente». Doch was haben die Finalisten zu bieten, was wir nicht schon mal gesehen haben?

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Sie tanzen Boogie-Woogie, singen Oper oder verdrehen ihren Körper: Selbstverständlich verfügen die Finalisten von «Die grössten Schweizer Talente» allesamt über eine Begabung. Allerdings sind die Talente, die sie zur Schau stellen, alles andere als einzigartig: Im Boogie-Woogie werden Weltmeisterschaften ausgetragen, Opernhäuser gibt es in jeder grösseren Stadt und wer Feuertänzer bestaunen möchte, kann dazu in den Zirkus gehen. Der einzige Unterscheid: Wer dort auftritt, ist längst über das Hobby-Niveau hinaus.

Das Fernsehen bekommt die Quote, die Kandidaten das Sprungbrett

Wozu also die ganze Show? Aus Sicht des Schweizer Fernsehens natürlich für die Quote: Die voyeuristisch angehauchte Unterhaltungsshow erwies sich schon im Ausland als garantierter Publikumsmagnet. Und auch in der Schweiz darf man sich über sehr gute Zahlen freuen: Im Schnitt erreichte das SF mit «DGST» circa 750 000 Zuschauer, was einem beachtlichen Marktanteil von um die 40 Prozent entspricht. Auch das Schweizer Publikum fühlt sich also bestens bespasst.

Zum Firmenanlass wird es allemal reichen

Auch für die Kandidaten ist die Teilnahme an der Show durchaus lohnend. Selbst wenn es nicht zum Sieg reicht, kann die Sendung zum Sprungbrett in die Professionalität werden. So konnten sich etwa die St.Galler Bubble Beatz nach ihrem Auftritt beim deutschen «Supertalent» vor Aufträgen kaum retten. Michael Hirte, der die erste Staffel von «Das Supertalent» gewann, lebt heute von seinem Mundharmonika-Spiel. Obwohl professionelle Tiertrainer die Tricks, die Yvo Antoni seiner Hündin Prima Donna beibrachte, aus dem Effeff beherrschen, beeindruckte auch er die TV-Gemeinde und gewann die zweite «Supertalent»-Staffel. Heute tingeln Herrchen und Hund als eingespieltes Team durch die Republik.

Nicht zu vergessen: Auch Paul Potts und Susan Boyle, die heute weltweit unterwegs sind und Millionen von Platten verkauften, wurden durch das britische Pendant «Britain's Got Talent» bekannt. Ob das Schweizer Fernsehen Künstler dieses Formats hervorbringen wird, ist jedoch fraglich. Am beeindruckendsten waren bislang die Auftritte von Schlangenfrau Nina Burri und den Bewegungskünstlern Rauf Yasit und Oliver Malicdem, die professionelle Akrobatik mit dem gewissen Etwas boten. Zum einen oder anderen Auftritt an einem Firmenevent dürfte es aber auch den Robo-Tänzern und Seilspringern von «DGST» reichen.

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