WTG hat ihren Gewinn verdoppelt

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WTG hat ihren Gewinn verdoppelt

Die Winterthur Technologie AG (WTG) hat auch im Geschäftsjahr 2007 sowohl mit der operativen Performance als auch mit starkem Wachstum geglänzt.

Die Gewinnmargen gingen wegen der Akquisition der deutschen Wendt-Gruppe zwar etwas zurück, verblieben aber auf hohem Niveau. Für 2008 zeigt sich WTG ungebrochen optimistisch und spricht von einem bisher «erfreulichen» Bestellungseingang».

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT wurde um 38,1% auf 17,2 Mio. EUR gesteigert, wie der Anbieter von Präzisionsschleifscheiben am Donnerstag mitteilt. Die entsprechende Marge ging dagegen wegen der Akquisition von Wendt auf 10,9 (14,4)% zurück. Die geringere Marge erkläre sich mit Amortisationen auf immaterielle Anlagen als Folge der Akquisition.

Der EBITDA erhöhte sich auf 29,8 (16,0) Mio. EUR, was einer Margenverbesserung auf 18,9 (18,6)% und damit den unternehmenseigenen Prognosen entspricht.

UMSATZSPRUNG DANK FENDT-ÜBERNAHME

Der Reingewinn hat sich auf 17,1 Mio. EUR knapp verdoppelt. Dies erlaube einerseits die Bilanz zu stärken und gleichzeitig eine Dividende auszuschütten. Diese reduziert sich allerdings gegenüber dem Vorjahr leicht auf 0,85 Franken je Aktie, entsprechend einer Ausschüttungsquote von noch 19%.

Bereits Ende Januar hatte die Gruppe den Umsatzanstieg um 83% auf 157,9 Mio EUR bekanntgegeben, welcher massgeblich durch die Übernahme der Wendt-Gruppe zustande gekommen ist. Die deutsche Wendt-Gruppe wurde per 1. Juli 2007 konsolidiert und trug 61,6 Mio. EUR zum Umsatz 2007 bei. Das organische Wachstum von WTG lag bei 11%.

Mit dem Erwerb von Wendt habe WTG eine neue Dimension erreicht, weshalb der Verwaltungsrat erweitert werden soll. Der Generalversammlung vom 17. April werden Norbert Lamers, CEO der übernommenen Wendt-Gruppe, Michael Handrick, Arthur Bolliger und Elena Rappold zur Wahl vorgeschlagen.

ALLITSCH WIRD NEUER CEO

Auch auf operativer Stufe kommt es zu Veränderungen. Der bisherige Chief Operating Officer Edmar Allitsch wird zum CEO ernannt. Er soll den bisherigen CEO Edgar Rappold in wesentlichen Aufgaben entlasten. Rappold bleibt als Delegierter des Verwaltungsrates in der operativen Verantwortung.

Für 2008 zeigt sich WTG optimistisch und hat sich erneut eine EBITDA-Marge von 18 bis 19% sowie weitere Marktanteilsgewinne zum Ziel gesetzt. Geografisch werden sich die Umsatzausweitung auch 2008 auf Zentral- und Osteuropa sowie Asien konzentrieren. Anzunehmen, in den USA gingen die Geschäfte nicht gut, wäre aber falsch. Auch in den USA habe sich der Auftragseingang in den letzten Monaten nicht schlecht entwickelt, sagte der neue CEO gegenüber AWP. Gewisse Kunden könnten offenbar von der Dollar-Schwäche profitieren und mehr exportieren.

«Ein Umsatz im Bereich von 230 Mio EUR scheint für 2008 im Bereich des Möglichen zu liegen»‚ so Allitsch. Er bestätigte gleichzeitig die Zielsetzung für das Umsatzwachstum. WTG wolle 3 bis 4 mal so schnell wachsen wie der Markt. Dessen Einschätzung sei aber schwierig. Gebe es im zweiten Semester keine nennenswerte Abschwächung, was sich anhand des bisherigen Bestellungseingangs auch noch nicht abzeichne, könnte der Markt im Gesamtjahr um 1,5 bis 2% zulegen. Dies ergäbe für WTG ein mögliches organisches Wachstum von rund 5 bis 8%.

Dies allein würde aber den Umsatzsprung von 2007 mit 158 Mio. EUR auf 230 Mio. EUR noch nicht erklären. Hinzu kommt noch die im vergangenen Jahr übernommene deutsche Fendt-Gruppe, welche 2007 erst während sechs Monaten konsolidiert wurde. «Wäre Fendt bereits 2007 voll konsolidiert gewesen, hätte sich ein Pro Forma-Umsatz von etwas unter 220 Mio. EUR ergeben»‚ erklärte Allitsch. Aber auch wenn der Markt stagnieren würde, dürfte WTG über Marktanteilsgewinne weiter wachsen.

In Marktkreisen wurden einerseits die Gewinnzahlen und der optimistische Ausblick, andererseits die frühzeitige Bekanntgabe des neuen CEO gelobt. Die Aktie gewinnt bis am frühen Nachmittag knapp 8%. (awp/scc)

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