Aktualisiert 20.07.2005 16:53

WTO schaltet sich in Streit zwischen Airbus und Boeing ein

Die Welthandelsorganisation hat sich in den milliardenschweren Streit zwischen Airbus und Boeing eingeschaltet.

Die WTO richtete am Mittwoch zwei Sonderausschüsse ein, die die umstrittenen Subventionen für die beiden Flugzeughersteller unter die Lupe nehmen sollen. Die EU und die USA werfen sich gegenseitig vor, ihre heimischen Flugzeugkonzerne illegal zu subventionieren, und haben die jeweils andere Seite vor der WTO verklagt. Es könnte der teuerste und spektakulärste Rechtsstreit in der zehnjährigen WTO-Geschichte werden, glauben Beobachter.

«Dieser Fall wird der komplizierteste, den die WTO je zu behandeln hatte», sagte auch der Sprecher der EU-Delegation in Genf, Fabian Delcros, am Mittwoch. Die Tür zu Verhandlungen mit den USA stehe aber ungeachtet des WTO-Verfahrens weiter offen.

Die USA erklärten in einer ersten Reaktion, die ein Jahr dauernden Verhandlungen hätten zu nichts geführt. Die Europäer hätten nur über eine Reduzierung, nicht aber über ein Ende der Subventionen verhandeln wollen.

Die EU und die USA müssen nun über drei bis fünf Mitglieder in jedem Ausschuss entscheiden. Die Gremien haben danach neun Monate für ihre Ermittlungen Zeit.

Die USA werfen Airbus vor, mit massiver Finanzhilfe der EU und ihrer Mitgliedstaaten die Entwicklung des A350 unterstützen, mit dem Airbus dem von Boeing geplanten neuen mittelgrossen Langstreckenjet 787 Dreamliner Konkurrenz machen will. Die Europäer ihrerseits werfen den USA vor, für den 787 Dreamliner allein fünf Milliarden Euro Subventionen gezahlt zu haben. Zudem wird Boeing nach Meinung der Europäer über milliardenschwere Rüstungsaufträge der Regierung unterstützt.

(dapd)

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