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Gervais' Golden-Globes-Rede«Würde der IS Serien drehen, wärt ihr dabei»

Bereits zum fünften Mal hat Ricky Gervais die Golden Globes moderiert. Wie gewohnt eröffnete er den Abend mit einem Monolog – und streute ordentlich Salz in Hollywoods Wunden.

von
shy

Bonus: Der Komiker ballert in Richtung Comic-Verfilmungen. <i>(Video: NBC/Tamedia)</i>

«Es wird euch freuen, zu hören, dass dies das letzte Mal sein wird, dass ich diese Preisverleihung moderiere.» So eröffnete Ricky Gervais in der Nacht auf Montag zum mittlerweile fünften Mal die Golden-Globes-Verleihung im Beverly-Hilton-Hotel in Los Angeles.

In knapp acht Minuten drückte der 58-Jährige praktisch überall drauf, wo es Hollywood dieses Jahr schmerzte. Hier gibts die Rede in voller Länge und darunter die fünf besten Sprüche:

«Ich wurde in einer Limo an diesen Event gefahren. Das Nummernschild hat Felicity Huffman hergestellt.»

Damit spielte der Engländer auf den College-Aufnahmeprüfungsskandal an, in den Schauspielerin Felicity Huffman verwickelt ist. Die 57-Jährige musste deswegen eine 14-tägige Haftstrafe absitzen, und in US-Gefängnis-Werkstätten vertreiben sich Häftlinge bekanntermassen unter anderem mit dem Herstellen von Autonummernschildern die Zeit.

«Wir wollten ein ‹In Gedenken an› veranstalten, aber die Liste der Verstorbenen ist nicht divers genug. Es waren fast nur Weisse. So etwas lasse ich nicht zu.»

Ein klarer Seitenhieb gegen die anhaltenden Diskussionen über die mangelnde Präsenz von Nicht-Weissen vor und hinter der Kamera.

«‹Once Upon a Time in Hollywood› dauert fast drei Stunden! Leonardo DiCaprio war an der Premiere, und als der Film zu Ende war, war ihm sein Date zu alt.»

Zwei Fliegen mit einer Klappe! Zum einen prangert Gervais die Überlänge von Tarantinos neustem Epos an. Zum anderen macht er sich darüber lustig, dass Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio (45) konsequent keine Frauen datet, die älter als 25 sind. DiCaprios aktuelle Freundin, Model Camila Morrone, ist 22.

«Judi Dench macht also nichts lieber, als sich auf den Teppich zu legen, ihr Bein zu heben und ihr eigenes Arschloch zu lecken.»

Das schlussfolgert Ricky Gervais aus der Aussage von Judi Dench (85), dass sie «dafür geboren wurde», in der kolossal gefloppten Adaption des Musicals «Cats» die Rolle der Old Deuteronomy zu spielen.

«Ihr bezeichnet euch als ‹woke›, arbeitet aber für Konzerne wie Apple, Amazon und Disney. Wenn der IS einen Streaming-Service starten würde, würdet ihr sofort euren Agenten anrufen, um da mitmachen zu können.»

Mit diesem Hammer kritisierte der Komiker alle, die die Erfolgsserien besagter Unternehmen als relevant, fortschrittlich und eben «woke» bezeichnen, während Apple seine Geräte zum Beispiel «in Sweatshops in China herstellen lässt».

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