Aktualisiert

Tinder-AktionWürden Sie ein Opfer von Menschenhandel daten?

Die Dating-Plattform Tinder geht neue Wege im Kampf gegen den Menschenhandel: In Irland ist ein Aufsehen erregendes Projekt gestartet worden.

von
mec

Wer diese attraktiven Frauen auf der Dating-App Tinder anwählt, erlebt eine Überraschung, die ihn nachdenklich machen muss: Das erste Foto ist bei Tinder ja entscheidend – je nach Gefallen macht der User einen Wisch nach links und die nächste kontaktwillige Person erscheint. Gefällt diese dem User, tippt er auf das Foto und ihre weiteren Bilder erscheinen. Wischt der User nach rechts, zeigt er so, dass er mit der Person Kontakt aufnehmen möchte. Wenn die ausgewählte Person sein Foto auch nach rechts wischt, stellt Tinder den Kontakt her.

Die Frauen, die bei der Aktion mitmachen, sind alle überdurchschnittlich attraktiv, der Klick auf das Bild ist also quasi selbstverständlich. Was der Nutzer dann zu sehen bekommt, ist zunehmend erschütternd: Im zweiten Bild ist mindestens das Lächeln verschwunden, das Licht ist auch nicht mehr vorteilhaft, die Frau wirkt verletzlich.

Schrammen und blaue Flecken

Die folgenden beiden Bilder sind ein Abstieg in einen Albtraum: Einer Frau wird von einer Männerhand der Arm auf den Rücken gedreht, eine andere ist übersät mit blauen Flecken, Blutergüssen, Würgmalen und Schrammen. Die Dritte ist ein verschüchtertes, schutzloses Kind.

Der Tinder-User ist an dieser Stelle zumindest geschockt, wenn nicht abgestossen. Erst das fünfte Bild klärt auf, was das Ganze soll: Nämlich das Bewusstsein schärfen für Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostitution.

Nachgestellte Fotos

Die Bilder basieren auf echten Biografien und wurden mit Models nachgestellt. Tinder startete die Aktion in Zusammenarbeit mit der irischen Einwanderungsbehörde, dem Immigrant Council of Ireland. Auf dem Inselstaat setzen Menschenhändler nach Angaben der Behörde umgerechnet etwa eine Viertelmilliarde Franken pro Jahr um.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.