Not macht erfinderisch: Würden Sie Ihr Auto in fünf Metern Höhe parkieren?
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Not macht erfinderischWürden Sie Ihr Auto in fünf Metern Höhe parkieren?

Basler Autofahrer schäumen vor Wut, weil regelmässig Parkplätze verschwinden. Ein Privater hat es nun auf sich genommen, Abhilfe zu schaffen, und eine besondere Parkanlage gebaut.

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las

Ist diese Parkanlage die Lösung des Parkplatzproblems? (Video: las)

In Basel verschwinden Parkplätze, und dann werden noch die Anwohnerparkkarten verteuert. So mancher Autofahrer verliert da die Geduld. Nicht so Remo Egloff von der im Kleinbasel ansässigen Cristofoli AG. Er sieht die Situation als «eine Challenge», wie er sagt, und hat kurzerhand selber eine Parkanlage bauen lassen.

Die Anlage besteht aus vier in einer Halle untergebrachten Türmen, in denen die Autos wie in einem Wasserrad gelagert werden, bis die Besitzer sie brauchen. «Wo sonst acht Autos nebeneinander Platz hätten, können hier 32 abgestellt werden», sagt Burim Cuculi, Geschäftsführer der Smart Parking Systems AG, die die Anlage für Egloff installiert hat. Es gebe in anderen Ländern schon viele solche Parkiersysteme, in der Schweiz sei es aber das erste.

«Effiziente Platznutzung»

«Wir befürworten es, wenn der Platz in der dicht bebauten Stadt effizient genutzt wird», sagt Daniel Hofer, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements. Auch sei es das Ziel der Regierung, dass mehr Autos auf privatem Grund abgestellt würden, um die Allmend zu entlasten, damit es weniger Parksuchverkehr gebe oder die Allmend für Stadtgrün oder Aufenthaltsflächen genutzt werden könne, so Hofer.

Dass sich allein mit diesem Konzept eine Lösung der städtischen Parkplatzproblematik abzeichnet, bezweifelt er aber: «Private Parkplätze sind häufig nicht besonders gut ausgelastet und können kaum rentabel bewirtschaftet werden, unter anderem deshalb, weil es heute einfach viel günstiger ist, auf der Strasse zu parkieren», sagt der Sprecher.

Egloff vermietet seine Plätze für 100 bis 150 Franken im Monat. Damit ist er günstiger als die 195-Franken-Monatskarte für die Parkhäuser. Eine Anwohnerparkkarte für die blaue Zone kostete bisher 140 Franken, aber im Jahr. Künftig könnten es 284 Franken pro Jahr sein – was immer noch deutlich günstiger ist.

Im Anfangsstadium

Das Know-how, wie man viele Autos auf kleinem Raum versorgt, ist schon vorhanden. Damit es sich durchsetzt, müssen aber mehr Private darein investieren. Denn: «Der Kanton baut aktuell selber keine Parkhäuser und macht privaten Investoren keine Vorgaben, welche Parklösung sie wählen sollen», sagt Hofer.

Zudem dürfte ein grösseres Angebot effizienter privater Parkplätze auf das Preisniveau drücken und diese attraktiver machen, damit der Grossteil der Autos nicht mehr auf der Allmend steht.

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Hier wird Platz effizient genutzt: Wo zwei Autos nebeneinander stehen können, passen in dieser Anlage acht Stück rein.

Hier wird Platz effizient genutzt: Wo zwei Autos nebeneinander stehen können, passen in dieser Anlage acht Stück rein.

20 Minuten/las
Es ist einfacher, als in der blauen Zone einen Platz zu finden. Aber auch teurer.

Es ist einfacher, als in der blauen Zone einen Platz zu finden. Aber auch teurer.

20 Minuten/las
So sah die Anlage ohne die Halle aus.

So sah die Anlage ohne die Halle aus.

zvg

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