Experiment: Würden Sie sich zehn Wochen nicht rasieren?
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ExperimentWürden Sie sich zehn Wochen nicht rasieren?

Eine Professorin einer US-Uni führt mit Studentinnen ein haariges Experiment durch. Zehn Wochen lang sollen sie sich nicht rasieren - und so gesellschaftlichen Normen trotzen.

von
bat
Die Studenten, die sich die Haare wachsen liessen, beziehungsweise komplett rasiert haben (von links): Kurt Keller, Emily Dysart, KC Lindley und Grace Scale.

Die Studenten, die sich die Haare wachsen liessen, beziehungsweise komplett rasiert haben (von links): Kurt Keller, Emily Dysart, KC Lindley und Grace Scale.

Einfach mal die Haare am ganzen Körper während zehn Wochen spriessen lassen: So lautet die ungewöhnliche Aufgabe für die Studentinnen des Frauen- und Gender-Kurses an der ASU-Universität im US-Bundesstaat Arizona. Während die Frauen die Körperhaare wachsen lassen müssen, sollen sich die männlichen Studenten ab dem Hals abwärts während der gleichen Zeit komplett rasieren.

Ziel des Kurses ist es, am eigenen Leib zu erfahren, wie bedeutend gesellschaftliche Normen in unserer Gesellschaft sind. «Es gibt keinen besseren Weg, diese zu erfahren, als sie zu brechen und die Reaktionen darauf direkt zu erfahren», sagt Breanne Fahs, die Professorin, die dieses Experiment seit vier Jahren durchführt.

«Viele haben sich vor mir geekelt»

Laut Fahs gibt es keinen Grund, warum die Entscheidung, sich nicht oder eben ganz zu rasieren, ein grosses Ding sein soll. «Aber es ist ein grosser Einschnitt, wie die Studenten schnell am eigenen Leib erfahren.» Eine, die diese Erfahrung gemacht hat, ist die Studentin Stephanie Robinson. «Viele meiner Freunde wollten nicht mehr mit mir im Fitness trainieren. Meine Mutter war besorgt, dass ich behaart heiraten würde», sagt sie laut ASU-News. Ausserdem sei sie von fremden Menschen komisch angeschaut worden. «Viele haben sich vor meinen Haaren geekelt», so Robinson.

Auch Grace Scale nahm am Experiment teil. Mit erhellenden Folgen: «Bei einer Verabredung kritisierte der Typ meine Behaarung. Ich musste nicht lange nachdenken, bis ich das Date abbrach», sagt sie. Sie sei überrascht gewesen, wie heftig die Reaktionen ihres Umfeldes gewesen seien. Trotzdem habe ihr das Experiment geholfen, um sich über gesellschaftliche Normen und den damit einhergehenden Druck bewusst zu werden. «Es war interessant, dies am eigenen Leib zu erfahren», sagt sie.

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