Vegi-Albtraum: Würdest du im Bratwurst-Hotel übernachten?
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Vegi-AlbtraumWürdest du im Bratwurst-Hotel übernachten?

Seifen und Kissen in Wurstform: So sieht es aus, wenn ein Metzgermeister ein Hotel eröffnet.

In der Nähe von Nürnberg hat Claus Böbel zu seiner Metzgerei und seinem Restaurant ein Hotel eröffnet, das ganz im Zeichen der Bratwurst steht.

In der Nähe von Nürnberg hat Claus Böbel zu seiner Metzgerei und seinem Restaurant ein Hotel eröffnet, das ganz im Zeichen der Bratwurst steht.

www.umdiewurst.de
Wer hier morgens aufwacht, sieht als erstes eine Wurst von der Decke baumeln.

Wer hier morgens aufwacht, sieht als erstes eine Wurst von der Decke baumeln.

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Die Kreationen des Metzgermeisters reichen von klassischen fränkischen Bratwürsten bis hin zu ungewöhnlicheren Wurst-Kombinationen wie Bratwurst mit Schokolade oder Kaffee.

Die Kreationen des Metzgermeisters reichen von klassischen fränkischen Bratwürsten bis hin zu ungewöhnlicheren Wurst-Kombinationen wie Bratwurst mit Schokolade oder Kaffee.

www.umdiewurst.de/Ronald Rinklef

Ein Fleischermesser an der Wand weist im Treppenhaus zu den Zimmern, in den Räumen gibt es Tapeten im Wurstdekor und wie übergrosse Würste aussehende Kissen: In dem von ihm erdachten, nach eigenen Worten einzigen Bratwursthotel der Welt hat der fränkische Metzgermeister Claus Böbel in Georgensgmünd womöglich den Alptraum der Vegetarier erschaffen.

Gäste aus aller Welt

Sein Konzept allerdings scheint zu funktionieren, das Bratwursthotel in der Provinz lockt Gäste von weit her an.

Böbel öffnete nach einer rund 700'000 Euro teuren Rundumrenovierung eines alten Wirtshauses im vergangenen Herbst das Bratwursthotel. Mit den ersten Monaten sei er «hochzufrieden – es gab einige Tage, an denen ich schon ausgebucht war, und ich hatte Gäste aus der ganzen Welt.»

Auf Russisch, Japanisch oder Chinesisch verewigten sich seit der Eröffnung schon Besucher in seinem Gästebuch. Dass der zweifache Familienvater auf solche internationalen Gäste zählt, zeigt auch die Innenausstattung. So steht an den Wänden die Bezeichnung für Wurst in verschiedenen Sprachen – das russische «Kolbasa» findet sich neben dem japanischen «Soseji» oder dem griechischen «Loukaniko».

Wurst muss man nicht übersetzen

Dabei ist Wurst nach der Überzeugung des 48-Jährigen eigentlich ein Wort, das gar nicht übersetzt werden muss. «Wurst ist für mich der Begriff aus der deutschen Sprache schlechthin, der im Ausland am besten bekannt ist.» Auch seine asiatischen Gäste verstünden, was mit Wurst gemeint sei.

Wer Böbels Bratwursthotel besucht, entkommt dem gerade in Franken traditionellen Fleischprodukt jedenfalls nicht. Selbst die Seifen in den Badezimmern sind einer Wurst nachempfunden, die Badezimmertüren ausserdem mit türhohen Zeichnungen von Schweinen verziert. Böbel hat direkt neben seinem Hotel seine Metzgerei, über einen Onlineshop verschickt er seine Produkte weltweit. Mit seiner Frau Monika gibt er ausserdem Kurse im Wursten. (afp)

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