Thurgau: Wütende Schülerin schreibt Regierung einen Brief und wird ins Büro eingeladen
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ThurgauWütende Schülerin schreibt Regierung einen Brief und wird ins Büro eingeladen

Regierungsrat Urs Martin hat kürzlich von einer Drittklässlerin Post erhalten. In einem Brief beschwerte sich Ronja über die Absage des Skilagers und die Klimapolitik. Martin lud sie zu einem Treffen ein.

von
Michel Eggimann
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Eine wütende Drittklässlerin aus Weinfelden hat dem Thurgauer Regierungsrat Urs Martin einen Brief geschrieben.

Eine wütende Drittklässlerin aus Weinfelden hat dem Thurgauer Regierungsrat Urs Martin einen Brief geschrieben.

ursmartin.ch
Martin hat ihr geantwortet und sie zu einem Gespräch im Regierungsgebäude eingeladen.

Martin hat ihr geantwortet und sie zu einem Gespräch im Regierungsgebäude eingeladen.

Wikipedia/Lokolia
Beide ziehen ein positives Fazit. Martin sagt: «Sie hat sehr gute Fragen gestellt. Es war eine Begegnung, die mir sicher mehr in Erinnerung bleiben wird, als viele andere.»

Beide ziehen ein positives Fazit. Martin sagt: «Sie hat sehr gute Fragen gestellt. Es war eine Begegnung, die mir sicher mehr in Erinnerung bleiben wird, als viele andere.»

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Darum gehts

  • Eine Drittklässlerin aus Weinfelden hat Regierungsrat Urs Martin einen Brief geschrieben.

  • Darin äussert sie ihren Ärger – unter anderem über die Absage ihres Skilagers.

  • Der Regierungsrat hat die Schülerin zu einem Gespräch eingeladen.

  • Beide ziehen nach dem Treffen ein positives Fazit.

Ronja kommt aus Weinfelden und geht in die dritte Klasse. Und sie weiss, was sie stört. Deswegen hat sie dem Thurgauer Regierungsrat Urs Martin einen Brief geschrieben. «I bi verruckt gsi», sagt die Drittklässlerin gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Die Gründe dafür sind ein abgesagtes Skilager, die Klimakrise und mehr alte als junge Leute in Restaurants. Ihre Mutter habe Ronja gesagt, sie solle etwas dagegen tun und nicht einfach nur wütend sein. So kam es zum Brief.

Die Post kam anfangs Jahr beim Regierungsrat an. Darin seien drei Wünsche der Schülerin drin: «Ich finde es wichtig, dass der Klimawandel nicht vergessen geht, dass man nicht mit den Coronaregeln übertreibt, und ich finde es nicht gut, dass es in den Restaurants mehr alte und gefährdete Leute als junge Menschen hat.»

Gespräch unter vier Augen

Martin meint, er habe sich sehr über den Brief gefreut. Er hat der jungen Weinfelderin zurückgeschrieben und sie ins Regierungsgebäude zu einem Gespräch eingeladen. Dieses Treffen habe diese Woche stattgefunden. Wie die Zeitung schreibt, sei Ronja vorbereitet gewesen, habe Fragen notiert und diese in einem Mäppli mitgenommen. Das Gespräch beim Regierungsrat fand unter vier Augen statt, der Vater von Ronja musste draussen warten.

Beim Treffen sei etwa darüber diskutiert worden, warum das Skilager aufgrund der Corona-Situation nicht stattfinden kann. Zudem habe Martin der Schülerin das Budget des Kantons gezeigt, da sie eine Vorliebe für Mathematik habe. Der Regierungsrat freut sich, dass er mit einer so jungen und doch bereits politisch interessierten Person sprechen konnte. Er sagt: «Sie hat sehr gute Fragen gestellt. Es war eine Begegnung, die mir sicher mehr in Erinnerung bleiben wird, als viele andere.»

Das Fazit von Ronja zum Treffen mit dem Thurgauer Regierungsrat Urs Martin fällt ebenfalls positiv aus: «Ich finde ihn nett und möchte selbst auch mal Regierungsrätin werden. Es ist ein spannender Beruf und ich kann dann allen meine Meinung sagen.»

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Deine Meinung

325 Kommentare
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Wuaseliwuas

25.01.2021, 20:28

"Mehr alte als junge Leute im Restaurant" ...muss dann wohl wiedermal eine ältere Geschichte sein.

Aladdin

25.01.2021, 17:50

Das Mädchen wird noch viele Mal in ihrem Leben "verruckt" werden, wenn sie auf etwas verzichten muss, etwas nicht nach ihrem Willen geht und auch sie wir "alt" werden. Ich finde die Art und Weise dieses Mädchen als eine Zumutung. Hat sie das Gefühl die Welt habe auf sie gewartet.

Jack the Checker

25.01.2021, 17:22

Kind glücklich. Regierungsrat glücklich. Also hört auf das Haar in der Suppe zu suchen.