Landeverbot: Wütender Bauer verjagt Bundesrats-Helikopter

Aktualisiert

LandeverbotWütender Bauer verjagt Bundesrats-Helikopter

Ein Berner Bauer brachte die Agenda von Bundesrat Schneider-Ammann beinahe durcheinander. Dies, weil er dem Helipiloten des Magistraten kurzerhand ein Landeverbot erteilte.

von
Mira Weingartner

Der eigentliche Grund für den Ausflug ins Berner Oberland war ein Besuch bei künftigen Jungunternehmern. (Video: 20min/miw)

Auch ein Bundesrat ist nicht überall willkommen – und schon gar nicht sein Helikopter. Doch alles schön der Reihe nach.

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ist am Dienstagabend als Überraschungsgast im Jugendcamp des Swiss Economic Forum auf dem Brünigpass eingeladen. Der Magistrat reist wegen seiner vollen Agenda im Armeehelikopter des Modells EC635 VIP an und landet auf einer Wiese unmittelbar neben dem Lagerhaus. An Bord des Helikopter ist neben dem persönlichen Mitarbeiter des Bundesrates auch 20 Minuten.

Auf 1000 Metern über Meer erzählt der Wirtschaftsminister von seiner Laufbahn als Unternehmer und gibt den Zuhörern Tipps (siehe Video). Zwei Stunden später soll Bundesrat Schneider-Ammann vom Helikopter wieder abgeholt werden. Die beiden Piloten wollen den Magistraten von Hasliberg direkt heim nach Langenthal fliegen, wo noch diverse Dossiers auf ihn warten.

Doch dem engen Terminkalender des Magistraten macht ein örtlicher Bauer einen Strich durch die Rechnung: Dieser verweigert dem VIP-Heli eine weitere Landung auf der Kuhweide. Trotz eindringlicher Bitte sträubt sich der aufgebrachte Einheimische dagegen, die Kühe von der flachen Landestelle wegzutreiben. Durch ein Missverständnis habe man den Bauern im Voraus leider nicht genügend aufgeklärt, sagt SEF-Sprecher Beni Meier später zu 20 Minuten.

Luftwaffe sucht in Windeseile eine Alternative

Weil Verhandlungen vor Ort nicht fruchteten, muss Schneider-Ammanns Entourage schliesslich auf einen Plan B setzen. «Zum Glück hatte die Luftwaffe die Reise des Bundesrats bis ins kleinste Detail durchgeplant», sagt Meier. Für mögliche Eventualitäten steht so auch ganz in der Nähe ein Taxi bereit. Während Johann Schneider-Ammann und sein Gefolge auf den schwarzen Minivan warten, suchen die Armeepiloten die Umgebung nach einem alternativen Landeplatz ab.

Im wenige Autominuten entfernten «Weidli», auf einer gemähten Wiese, werden die Piloten fündig. Und auch der Taxichauffeur fährt nach kurzer Zeit beim Lagerhaus vor und holt die Wartenden ab. Mit einem freundlichen, aber irrtümlichen «Grüessech, Herr Blocher» bittet der Fahrer Bundesrat Schneider-Ammann, ins Fahrzeug einzusteigen. Auf den falschen Namen reagiert der Magistrat nicht – Zeit für die weitere Heimreise will man nun wirklich keine mehr verlieren.

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