Bundespräsident: Wulff soll «Bild»-Zeitung gedroht haben
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BundespräsidentWulff soll «Bild»-Zeitung gedroht haben

Der deutsche Bundespräsident Wulff soll versucht haben, auf die Berichterstattung der «Bild»-Zeitung Einfluss zu nehmen. Dazu rief er persönlich beim Chefredaktor an.

«Krieg führen», «Rubikon überschritten», «endgültiger Bruch». Mit dieser drastischen Wortwahl hat der deutsche Bundespräsident Christian Wulff versucht, die «Bild»-Zeitung daran zu hindern, über seine Kreditaffäre zu berichten.

«Krieg führen», «Rubikon überschritten», «endgültiger Bruch». Mit dieser drastischen Wortwahl hat der deutsche Bundespräsident Christian Wulff versucht, die «Bild»-Zeitung daran zu hindern, über seine Kreditaffäre zu berichten.

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat nach Darstellung der «Bild»-Zeitung einem Redaktor der Zeitung mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, sollte das Blatt einen Artikel über seine Kreditaffäre veröffentlichten.

Die «Bild»-Zeitung bestätigte am Montag Zeitungsberichte, nach denen Wulff am 12. Dezember Chefredaktor Kai Diekmann angerufen und eine längere Nachricht auf dessen Handy-Mailbox hinterlassen habe.

«Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zu dem Hauskredit und drohte unter anderem mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen 'Bild'-Redaktor», heisst es in einem vorab veröffentlichten Beitrag für die Dienstag-Ausgabe.

«Bild» berichtete weiter, dem Bundespräsidenten sei vor Veröffentlichung des Artikels Gelegenheit zu einer ausführlichen Stellungnahme gegeben worden. Wulff habe diese zunächst abgegeben, aber am 12. Dezember kurz vor Redaktionsschluss zurückgezogen.

Zwei Tage nachdem der Artikel über den umstrittenen Privatkredit dann am 13. Dezember in der Zeitung erschienen sei, habe Wulff erneut Diekmann angerufen und um Entschuldigung für Ton und Inhalt seiner Äusserungen auf der Handy-Mailbox gebeten.

Intervention offenbar auch bei Friede Springer

Mit der Vorab-Veröffentlichung des Beitrags berichtet «Bild» erstmals über das Telefonat zwischen Wulff und Diekmann. Zuvor hatten darüber nur die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und die «Süddeutsche Zeitung» geschrieben.

Wegen der Entschuldigung Wulffs habe man nach breiter redaktioneller Debatte davon abgesehen, eigens über den Vorfall zu berichten, erklärte das Blatt.

Wulff versuchte laut «Cicero Online» offenbar auch über die Springer-Mehrheitaktionärin Friede Springer eine Berichterstattung über die Finanzierung seines Privathauses zu verhindern. Wie die Telefonate mit «Bild»-Chefredaktor Diekmann habe aber auch dieser Anruf nicht das gewünschte Ergebnis gebracht

Laut der Online-Ausgabe von «Cicero» am Montag soll die Witwe des Verlagsgründers demnach Wulff entgegnet haben, dass sie keinen Einfluss auf ihre Chefredaktoren zu nehmen pflege.

(sda)

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