Frisch gestrichen: «Wundere mich, dass die SBB daraus nichts lernt»
Aktualisiert

Frisch gestrichen«Wundere mich, dass die SBB daraus nichts lernt»

Kaum war die Pratteler Bahnhofunterführung frisch gestrichen, ist sie wieder beschmiert. Das wundert in der Gemeinde niemanden.

von
mhu
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«We love you ...»: Relativ harmlose Wandbeschmierer waren an den einst weissen Wänden in der Pratteler Bahnhofunterführung am Werk.

«We love you ...»: Relativ harmlose Wandbeschmierer waren an den einst weissen Wänden in der Pratteler Bahnhofunterführung am Werk.

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Das Mitglied der Pratteler Facebook-Gruppe, das den Beitrag mit den Fotos der beschmierten Wände gepostet hat, meint: «Ich habe schon gedacht, dass so was passiert. In Pratteln bleibt nichts lange weiss.»

Das Mitglied der Pratteler Facebook-Gruppe, das den Beitrag mit den Fotos der beschmierten Wände gepostet hat, meint: «Ich habe schon gedacht, dass so was passiert. In Pratteln bleibt nichts lange weiss.»

Leser-Reporter/Facebook
Auch in den Kommentaren ist längst eine Diskussion ausgebrochen. Die meisten Mitglieder der Gruppe regen sich darüber auf. Das Ganze sei «einfach nur hirnlos und asozial».

Auch in den Kommentaren ist längst eine Diskussion ausgebrochen. Die meisten Mitglieder der Gruppe regen sich darüber auf. Das Ganze sei «einfach nur hirnlos und asozial».

Screenshot von Facebook

Kaum sind die Wände in der Pratteler Bahnhofunterführung sauber weiss gestrichen, sind sie schon wieder beschmiert. Jedoch waren die Vandalen mit Sprüchen wie «Häppi Börsdei FCB!!» oder «We love you ...» zumindest inhaltlich eher harmlos. Trotzdem ist klar: Weisse Wände sind für Künstler und Schmierfinken eine Einladung. «Ich wundere mich, dass die SBB daraus nichts lernt. Schade für den Aufwand», kommentiert eine Userin in der Facebookgruppe «Du bisch vo Prattele wenn...» die Fotos der frisch verzierten Wände.

Das sehen auch die Mitglieder der Community so. Ein Nutzer meint: «Ich habe mir schon gedacht, als ich mitbekommen habe, dass die Wände in der Unterführung gestrichen wurden: In Pratteln bleibt nichts lange weiss.» Andere kommentieren den Beitrag mit den Fotos der beschmierten Wand mit Aussagen wie «Das ist voll assi» oder «Wäre sie farbig oder schwarz gestrichen worden, wäre das wahrscheinlich nicht passiert».

Die SBB meint zu dem Vorschlag mit der schwarzen Bemalung der Wand: «Wir haben die Erfahrungen gemacht, dass Helligkeit in Unterführungen zu weniger Beschmierungen führen.» Ausserdem sei die verwendete Farbe besser abwaschbar.

Street-Art gegen Vandalismus

Allerdings konnten andernorts mit Auftragswerken von Graffiti-Künstlern gute Erfahrungen gemacht werden. Der Basler Galerist Philipp Brogli, der in der Szene bestens vernetzt ist, hat schon diverse solche Projekte realisiert. Die Industriellen Werke liessen mehrere ihrer Trafohäuser, die regelmässig verschmiert worden waren, mit urbaner Kunst aufwerten.

Die Wände werden so von weiteren Schmierereien verschont. «Die Bilder geniessen Respekt», sagt Brogli. So finanzieren die IWB die Street-Art aus dem Budget für Reinigungskosten. Urbane Kunst war auch am Bahnhof Dornach ein wirksames Rezept gegen Schmierereien. Der einstige Schandfleck wurde dort im Auftrag der Gemeinde von den Künstlern Daniel Zeltner und Raphael Roth mit regionalen Motiven zu einem Kunstwerk aufgewertet.

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