Aktualisiert 10.09.2014 09:38

Besucherandrang

Wunderheiler sorgt für Chaos in Altstetten

Ein Wunderheiler aus Äthiopien hat im Zürcher Komplex 457 über 5000 Besucher angezogen - gerechnet worden war mit 300 bis 700. Aus Sicherheitsgründen räumte die Polizei das Gebäude.

von
Maja Sommerhalder

Wer am Samstagmittag in Altstetten durch die Hohlstrasse fuhr, steckte wohl im Stau. Tausende von Menschen liefen laut einem Leser-Reporter über die Strasse. VBZ-Mitarbeiter mussten den Verkehr regeln, damit ein noch grösseres Chaos ausblieb. «Vor dem Komplex 457 waren Hunderte von Kinderwagen parkiert», so der Leser-Reporter.

Für den Ansturm verantwortlich war der äthiopische Priester Memehir Girma Wondimu. «Er kann psychisch und körperlich Kranke heilen», sagt Mistre Haile-Selassie, OK-Mitglied des Wunderheiler-Events im Komplex. Er hatte mit rund 1000 Besuchern gerechnet: «Es waren aber fünf- oder sechsmal mehr.» Die Menschen seien aus ganz Europa und sogar den USA angereist. «Die meisten stammten ursprünglich aus Äthiopien und Eritrea.»

«Sicherheit war nicht mehr gewährleistet»

Laut Marco Cortesi, Medienchef der Zürcher Stadtpolizei, hatten die Veranstalter 300 und 700 Besucher angekündigt: «Letztlich waren es aber rund 2500 im Komplex - zudem warteten 2000 bis 3000 weitere davor.» Da die Sicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen sei, habe die Polizei gegen 14 Uhr einschreiten müssen. «Die Räumung verlief problemlos - der Priester war sehr kooperativ», so Cortesi.

Veranstalter Haile-Selassie hat Verständnis dafür. Traurig ist er trotzdem, dass der Priester nicht wie geplant bis Sonntag bleiben konnte: «Viele Besucher sind vergebens angereist.» Immerhin: Wondimu habe in Zürich unter anderem einen Gelähmten geheilt, berichtet Haile-Selassie.

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