Aktualisiert 29.10.2007 20:17

Wunderwurzel als Chance für Bauern

Mitten im Emmental wird Ginseng angebaut. Das grüne Gold könnte kleinen Bauernbetrieben das Überleben sichern.

Der Markt für Ginseng boomt: Vom Potenzmittel bis zum Wellness-Joghurt werden neue Produkte aus der asiatischen Heilmittelpflanze gewonnen, der man wahre Wunderkräfte nachsagt. Doch Ursula Schindler preist ihren Emmentaler Ginseng vorsichtig an: «Ich kann nur sagen, dass ich nie mehr krank wurde, seit ich unseren Tee trinke.» Viele Kunden kommen direkt auf den Hof in Affoltern, lassen sich durch den Pflanzengarten führen und in die Geheimnisse des Lebenselixiers einweihen.

«Reich sind wir damit noch nicht geworden», sagt Walter Schindler. Auch wenn die Hanglage auf 750 m ü. M. ideal ist, braucht es viel Pflege, damit die exotischen Pflänzchen, die auch grünes Gold genannt werden, gedeihen. Vier Jahre müssen die Wurzeln im Boden bleiben, damit sie ihre Kraft entwickeln. Schindlers müssen hart anpacken und produzieren mit 25 Kilo Jahresernte immer noch weniger, als sie verkaufen könnten. Und sie sehen Gingseng als Chance für die Landwirtschaft: «Viele Kleinbauern stehen vor der Überlebensfrage, Ginseng könnte ihre Vollbeschäftigung ermöglichen.»

Patrick Marbach

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