Solidarität für Sonia (30): Wunsch von krebskrankem Mami geht in Erfüllung
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Solidarität für Sonia (30)Wunsch von krebskrankem Mami geht in Erfüllung

Ob in den sozialen Medien oder auf dem Spendenkonto: Die Solidarität für die krebskranke Sonia G. (30) ist grenzenlos. Die zweifache Mutter ist überwältigt – und dankbar.

von
sul
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Bewegendes Schicksal: Die zweifache Mutter Sonia Gurtner (30) leidet an Darmkrebs.

Bewegendes Schicksal: Die zweifache Mutter Sonia Gurtner (30) leidet an Darmkrebs.

zVg
Wie viel Zeit ihr noch bleibt, ist unklar.

Wie viel Zeit ihr noch bleibt, ist unklar.

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Studien zeigen: In Deutschland etwa hat sich die Häufigkeit von Darmkrebs bei den 20- bis 29-Jährigen innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt.

Studien zeigen: In Deutschland etwa hat sich die Häufigkeit von Darmkrebs bei den 20- bis 29-Jährigen innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt.

Selvanegra

Sonia G.* kann noch immer nicht glauben, was sich am vergangenen Wochenende alles zugetragen hat: «Unfassbar» seien die Reaktionen gewesen, «gewaltig» die Emotionen, schwärmt die 30-Jährige.

Kein Wunder: Sonias Schicksal hat die 20-Minuten-Leser zutiefst bewegt. Weit über eine halbe Million mal wurde der Artikel über die zweifache Mutter, die an Darmkrebs in fortgeschrittenem Stadium leidet, aufgerufen. In mehr als 250 Kommentaren gab es viel Zuspruch und tröstende Worte. «Liebe Sonia, mein Herz weint. Wünsche dir alles Liebe und viel Kraft auf deinem Weg», schreibt eine Leserin. Eine andere: «Da sieht man mal wieder, wie nichtig die meisten unserer Probleme und Alltagssorgen sind.»

«Werde jede Nachricht einzeln beantworten»

Sonia hat die Kommentare neugierig und aufmerksam durchgelesen, wie sie zu 20 Minuten sagt: «Sie waren überwiegend positiv. Das hat mir viel Mut und Kraft gegeben.» Geradezu überwältigend sei das Echo auf Facebook. «Ich habe über 1000 Freundschaftsanfragen und etwa 300 Nachrichten erhalten – auch über die Landesgrenzen hinaus», sagt die Oberaargauerin. Viele stammten von anderen Krebspatienten und Angehörigen erkrankter Personen. «Sie finden, dass ich in meiner Situation Stärke zeige und suchen Rat bei mir. Das ist ein schönes Gefühl.» Für Sonia ist deshalb klar: «Ich werde jede Nachricht einzeln beantworten.»

Trost wurde aber auch in der analogen Welt gespendet. Am Freitag, als der Artikel publiziert wurde, sei sie im Zug gesessen, erzählt Sonia. Leute hätten über den Artikel gesprochen. «Ein älteres Ehepaar sprach mich an und wünschte mir alles Gute und viel Kraft. Das war wirklich herzig.»

Die Zeit, die ihr noch bleibt, will sie für möglichst viele Ausflüge mit der Familie nutzen. Weil keine Ersparnisse vorhanden sind, hat sie dafür auf ihrem Blog ein Spendenkonto eingerichtet – unter anderem für Strandferien und den Kauf eines Wohnwagens. Auf dem Konto macht sich die Solidarität ebenfalls bemerkbar. Wie gross die Finanzspritze ist, will Sonia zwar nicht verraten, aber: «Es reicht, damit wir uns einen Camper anschaffen können.» Sowohl Privatpersonen als auch Firmen hätten Geld gespendet.

Lauter Ferienangebote

Zu letzteren gehört auch ein Tattoo-Studio in Nidwalden, in dem man sich für 300 Franken eine kleine Schleife als Zeichen der Solidarität stechen lassen kann. «Ich und meine Partnerin kennen Sonia schon seit ein paar Jahren», erklärt der Tätowierer auf Anfrage. «Ihr Schicksal macht uns sprach- und hilflos.» Die Einnahmen würden zu 100 Prozent an Sonia und ihre Familie gehen. Bisher hätten sich zwei Kunden das Symbol stechen lassen, sagt der Besitzer. Er hoffe, dass weitere dazukommen.

Neben Spenden sind bei Familie G. auch bereits konkrete Ferienangebote eingetroffen. «Diverse Personen würden mir gerne ihre Ferienwohnungen in Italien, Spanien oder Kroatien zur Verfügung stellen», erzählt Sonia. Bei 20 Minuten meldete sich ein Reiseunternehmer, der ihr eine Woche Ferien in in einem seiner Resorts schenken möchte. Sonia diskutiert mit ihrer Familie derzeit die einzelnen Angebote. Denn die Ferienplanung ist aufgrund ihrer Krankheit nicht einfach. Was über die Nachbarländer hinausgeht, falle schon mal weg: «Wegen der bevorstehenden Therapien darf ich nicht weiter reisen.»

*Name der Redaktion bekannt

Sehen Sie im Video, wie Sonia mit ihrem Schicksal umgeht:

Mutter Sonia (30) leidet an Darmkrebs

Sonia Gurtner hat Darmkrebs im Endstadium. Wie viel Zeit ihr noch bleibt, ist unklar. Mit ihren Kindern will sie nun noch möglichst viel erleben – und sammelt Spenden für die Ausflüge.
(Video: Video: G. Brönnimann, S. Ulrich, D. Pomper, )

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