Finanzkrise: «Wunschdenken kombiniert mit Überheblichkeit»

Aktualisiert

Finanzkrise«Wunschdenken kombiniert mit Überheblichkeit»

Führende britische Wirtschaftsexperten haben sich bei Königin Elizabeth II. dafür entschuldigt, das Heraufziehen der Finanzkrise nicht erkannt zu haben.

von
pbl

Ein entsprechender Brief an die Queen sei die Reaktion auf einen Besuch Elizabeths bei der London School of Economics im vergangenen November, schrieb die Zeitung «The Observer» am Sonntag. Damals habe die Monarchin gefragt, warum niemand die Krise habe kommen sehen. Finanzexperten, die ihr Vorgehen für unfehlbar gehalten hätten, hätten sich des «Wunschdenkens kombiniert mit Überheblichkeit» schuldig gemacht, heisst es der Zeitung zufolge in dem Schreiben.

Zu den Unterzeichnern des dreiseitigen Briefs zählen Tim Besley, ein Mitglied des Währungsausschusses der Bank von England, und der Historiker Peter Hennessy. Den Zeitpunkt, das Ausmass und die Schwere der Krise nicht erkannt und abgewendet zu haben, gehe auf viele Ursachen zurück. Vor allem sei es aber «ein Versagen der kollektiven Vorstellungskraft vieler kluger Leute» gewesen, die Risiken des Systems als Gesamtheit zu erkennen, zitierte die Zeitung aus dem Brief.

Der Buckingham-Palast wollte sich zum Schreiben nicht äussern. In einer Mitteilung hiess es, die Queen diskutiere häufig mit Experten über aktuelle Themen, und dazu gehöre auch die Rezession. So wurde Mervyn King als erster Chef der Bank von England im März zu einem privaten Gespräch in den Palast eingeladen. (pbl/dapd)

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