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Amanda Knox vor GerichtWurde das falsche Messer beschlagnahmt?

Erneute Wende im Prozess gegen Amanda Knox: Das Messer, das alle für die Tatwaffe hielten, soll gar nicht die Mordwaffe sein – die Klinge stimmt nicht mit Meredith Kerchers Wunden überein.

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Am Samstag wurde der Prozess gegen Amanda Knox und Raffaelle Sollecito weitergeführt. Dabei ging es um das Küchenmesser, das am 2. November 2007 den Tod der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher verursachte. Bis jetzt wurde es immer für die Tatwaffe gehalten, da DNA-Spuren von Sollecito und Knox sowie vom Opfer an der Klinge gefunden worden waren. Knox behauptete bei ihrer ersten Einvernahme, das sei nichts Aussergewöhnliches, sie habe oft bei ihrem Ex-Freund gekocht und könnte DNA-Spuren von ihrer Mitbewohnerin mitgetragen haben.

Unterstützung von Experten

Knoxs Aussage wird nun vom forensischen Experten Mariano Cingolani unterstützt: Der vom Untersuchungsrichter bestellte unabhängige Waffenexperte behauptet, dass die Wunden am Hals des Opfers von einem Messer mit Doppelklinge verursacht wurden. Die vor Gericht gezeigte angebliche Mordwaffe ist ein übliches Küchenmesser.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Mordwaffe, welche die Staatsanwaltschaft präsentiert, in Frage gestellt wird: Bereits im Juni sagte ein von der Familie Sollecito beauftragter Forensiker, dass das Messer sehr wahrscheinlich beim Mord an der britischen Austauschstudentin nicht zur Anwendung kam. Die Schnittwunde am Hals sei dem Opfer Meredith Kercher mit einer 7,6 bis 8,9 Zentimeter langen Messerklinge zugefügt worden. Das Messer, das von der Staatsanwaltschaft als Mordwaffe präsentiert wurde, hat eine 16,5 Zentimeter lange Klinge (20 Minuten Online berichtete).

Knox war sichtlich erleichtert

Amanda Knox reagierte auf Cingolanis Aussage sichtlich erleichert. Sie verlangte daraufhin neue Untersuchungen der Spurensicherung. Sollte der Richter diesen zustimmen, könnte sich der Prozess, der voraussichtlich bis Ende Herbst dauern sollte, um viele Monate verzögern. In den nächsten Wochen sollen die letzten Zeugenaussagen stattfinden.

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