100 Millionen Dosen: Wurde dem Bund doch eine eigene Impfproduktion angeboten?
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100 Millionen DosenWurde dem Bund doch eine eigene Impfproduktion angeboten?

In einer Sitzung mit dem BAG soll der Lonza-Verwaltungsratspräsident Albert Baehny verschiedene Optionen erläutert haben, um Zugriff auf 100 Millionen Impfdosen zu ermöglichen. Das BAG soll nicht darauf eingegangen sein.

von
Lea Gnos
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Der Pharmazulieferer Lonza bot dem Bund laut  Albert Baehny eine eigene Produktionsanlage für den Moderna-Impfstoff an.

Der Pharmazulieferer Lonza bot dem Bund laut Albert Baehny eine eigene Produktionsanlage für den Moderna-Impfstoff an.

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Damit sei er auf taube Ohren gestossen.

Damit sei er auf taube Ohren gestossen.

Lonza Ltd

Darum gehts

  • Der Lonza-Chef sagt, er habe dem Bund die Option für eine eigene Produktionsstrasse für Covid-19-Impfstoffe vorgeschlagen.

  • Das BAG habe abgelehnt.

  • Der Bund dementiert nach wie vor.

Der Bund soll doch die Möglichkeit gehabt haben, im Wallis eine eigene Produktionsstrasse für Covid-19-Impfstoffe zu erwerben. Das sagt Lonza-Präsident Albert Baehny im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Am 1. Mai 2020 soll Baehny dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Idee in einer Sitzung unterbreitet haben. Mitte März berichtete der «Tages-Anzeiger» bereits, der Schweiz sei eine eigene Produktionslinie für den Moderna-Impfstoff in Visp angeboten worden.

Bundesrat Alain Berset dementierte damals den Bericht. «Vor einem Jahr hat der Bund einen Brief von Lonza erhalten mit dem Angebot, bei der Impfstoffproduktion mitzumachen», erklärte Berset damals. Es sei aber nie die Rede davon gewesen, dass der Bund eine eigene Produktionsanlage betreiben solle.

Sprecher von Berset dementiert Produktionsstrasse für die Schweiz

Baehny sagt nun, er habe bei einem Treffen am 1. Mai mit einer BAG-Delegation die Pläne für drei Produktionslinien in Visp erläutert mit einem Investitionsvolumen von gut 180 Millionen Franken. «Ich habe der Delegation gesagt, dass ich nicht primär Geld suche, dass ich informieren möchte – in der Hoffnung, gemeinsame Optionen auszuloten», sagt der Lonza-Chef. Er habe einige Ideen skizziert, um Zugriff auf 100 Millionen Impfdosen zu ermöglichen. Etwa, dass die Schweiz dank Lonza-Moderna eine führende Rolle im Kampf gegen Covid-19 und bei der Entwicklung von Impfstoffen anstreben könnte.

Danach habe es mit dem BAG diesbezüglich keinen weiteren Kontakt gegeben. Auch auf die Aussagen von Baehny in der «NZZ am Sonntag» entgegnet der Sprecher von Alain Berset: «Eine Produktionsstrasse nur für die Schweiz war kein Thema.»

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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