Aktualisiert 28.03.2014 11:16

Oberbüren

Wurde Fayla Opfer eines Giftköders?

Der Schock bei der Ostschweizerin Maria Eisenring (55) sitzt noch tief: Ihre Deutsche Schäferhündin Fayla hat nur durch rasches Handeln einen mutmasslichen Giftanschlag überlebt.

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taw
Hündin Fayla ist von klein auf treuer Begleiter von Maria Eisenring. (Bild: zvg)

Hündin Fayla ist von klein auf treuer Begleiter von Maria Eisenring. (Bild: zvg)

«Ich dachte, ich bin im falschen Film. Nie hätte ich gedacht, dass ausgerechnet meinem Hund so etwas passiert», sagt Hundehalterin Maria Eisenring über den Vorfall. Am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr ging sie mit ihrer sechsjährigen Hündin Fayla in Oberbüren spazieren. «Wir haben den Hund schon, seit er klein war. Früher war ich oft dort mit ihm unterwegs», so Eisenring, die heute in Wil wohnt. Laut der 55-Jährigen ist die Strecke Oberbüren Richtung Gossau auch bei anderen Hündelern sehr beliebt. «Ich habe mich noch gewundert, warum die anderen Hundebesitzer alle ihre Hunde angeleint haben. Normalerweise lässt man sie doch toben», sagt Eisenring.

Gezittert und gekrampft

Bei der Heimfahrt mit dem Auto nach Wil hat Fayla plötzlich begonnen, so merkwürdig zu zittern und zu krampfen, bis sie nicht mehr richtig stehen konnte. Im ersten Moment dachte Eisenring noch, das Tier könnte sich beim Spielen verletzt haben. Sie rief die Tierhilfe Ostschweiz an. «Anhand der geschilderten Symptome war klar, dass es sich um eine Vergiftung handeln muss und die Hündin sofort zum Tierarzt muss», so Rosemarie Schmitz, Präsidentin der Tierhilfe Ostschweiz. Schmitz ist sich sicher, dass Fayla einen Giftköder aufgenommen hat. «Das Wichtigste ist, dass man dann schnell handelt. Das Tier muss sofort zum Tierarzt und innerhalb von eineinhalb Stunden erbrechen. Ansonsten kommt jede Hilfe zu spät», so Schmitz.

Glück gehabt

Der Tierarzt verabreichte der Hündin eine Spritze, die zum Erbrechen führte. Hinzu kamen Infusionen und Schmerzmittel. Nachdem sie die Nacht in der Tierklinik bleiben musste, konnte Fayla am Mittwochmorgen wieder nach Hause. «Sie hatte wahnsinniges Glück. Wir sind megafroh, ist es glimpflich ausgegangen. Ich hatte Angst, dass meine Fayla das nicht überlebt», so Eisenring. Inzwischen geht es der Schäferhündin wieder einigermassen gut. «Wir päppeln sie wieder langsam auf», so ihre Besitzerin.

Nach dem Vorfall will sie heute bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstatten. «Ich hoffe wirklich, dass man den findet, der das getan hat», so Eisenring.

Zudem ist für Eisenring klar: «Man muss andere Hündeler warnen und in diesem Gebiet die Tiere an die Leine nehmen. Bei Anzeichen wie Zittern und Krampfen muss man sofort reagieren und das Tier zum Erbrechen bringen.» Für die Ostschweizerin ist es unverständlich, wie man so etwas Schreckliches tun kann und Giftköder auslegt. Dabei sieht sie nicht nur für Hunde ein Problem, sondern auch für die ganzen Wildtiere in dieser Gegend: «Diese Tiere verenden elendiglich.»

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