Innovationen: Wurde Ihr Postfach gekapert?
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InnovationenWurde Ihr Postfach gekapert?

Bis zu 90 Prozent aller Nachrichten sind Müll-Mails, schätzen Experten. Forscher arbeiten an einer Technologie, die Nutzer warnen soll, falls sie unwissentlich unter die Spammer gegangen sind.

Laut einer Studie der Analysten von Ferris Research werden die weltweiten Kosten, die durch Spam-Nachrichten in diesem Jahr verursacht werden, bei umgerechnet rund zwei Milliarden Franken liegen. Daher arbeiten zahlreiche Forscher und Unternehmen mit Hochdruck daran, es den Postfächer verstopfenden E-Mail-Versendern so schwer wie möglich zu machen.

Wissenschaftler der Northwestern University nahe Chicago und Mitarbeiter von Yahoo Research in New York entwickeln zurzeit ein Tool, das Spam eindämmen soll, indem das Nutzerverhalten von E-Mail-Diensten analysiert wird. Dies berichtet die Zeitung «Chicago Tribune».

Tag- oder nachtaktiv?

So liessen sich in Versuchen mit Studenten die Verschicker elektronischer Post in zwei grosse Gruppen einteilen: Einerseits in jene, die ihre Nachrichten vor allem während der Arbeitszeit versenden und andererseits die Gruppe derjenigen, welche fast rund um die Uhr Mails losschicken und empfangen. Laut den Forschern wechselten nur 20 Prozent der Probanden binnen zwei Jahren in die andere Gruppe. Diese Erkenntnis können Anbieter wie Yahoo nutzen, indem sie zum Beispiel einen Postfachbesitzer bitten, einen neuen Account anzulegen, wenn über seinen nachts viel Post verschickt wurde, obwohl er sonst in der Regel nur tagsüber aktiv ist. Dies könnte nämlich ein Hinweis darauf sein, dass sein Postfach von Botnetzen gekapert wurde. Diese bestehen aus Rechnern, welche rund um den Globus oftmals ohne Wissen ihrer Besitzer aktiv sind und Spam verschicken. Mitglied eines solchen Netzwerkes können Computer beispielsweise werden, wenn ihr Nutzer versehentlich einen Trojaner ausführt. Wann die von den Forschern entwickelte Technologie eingesetzt werden wird, ist noch nicht bekannt.

Wer bislang am meisten mit Spam verdient hat, können Sie in der obigen Bildstrecke sehen.

(hst)

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