Aktualisiert 04.12.2017 17:31

Sensationsfund

Wurde im Fricktal eine neue Dino-Art entdeckt?

Bei Grabungen in der Gruhalde in Frick AG sind Knochen eines Raubdinosauriers entdeckt worden. Der Fund sei eine weltweite Sensation, sagt ein Paläontologe.

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Mitte Mai stiessen Forscher bei Grabungen in der Tongrube Gruhalde bei Frick auf die Zehen des Raubsauriers, die mehrere Millionen Jahre alt sein sollen. Der Fund sei eine weltweite Sensation, so Grabungsleiter Ben Pabst.

Mitte Mai stiessen Forscher bei Grabungen in der Tongrube Gruhalde bei Frick auf die Zehen des Raubsauriers, die mehrere Millionen Jahre alt sein sollen. Der Fund sei eine weltweite Sensation, so Grabungsleiter Ben Pabst.

Sauriermuseum Frick
Bei Ausgrabungen im Sommer stiess das Team um Paläontologe Ben Pabst auf die Knochen des Raubsauriers.

Bei Ausgrabungen im Sommer stiess das Team um Paläontologe Ben Pabst auf die Knochen des Raubsauriers.

Sauriermuseum Frick
Grabungsleiter Ben Pabst hat etwa fünf Monate am neuen Fund gegraben.

Grabungsleiter Ben Pabst hat etwa fünf Monate am neuen Fund gegraben.

mak

Im aargauischen Frick sind im Verlaufe des Sommers bei Grabungen in der Tongrube Gruhalde mehrere Knochen eines 1,5 Meter langen, fleischfressenden Sauriers gefunden worden. Der Raubsaurier stammt aus der Trias-Zeit (vor mehr als 200 Millionen Jahren). Bereits Mitte Mai war Paläontologe und Grabungsleiter Ben Pabst auf die Zehen des Sauriers gestossen. Nach 2006 ist dies der zweite Raubsaurier, der in Frick gefunden wurde.

Die Fundstelle Gruhalde ist bereits für ihre unzähligen Funde von Plateosauriern bereits weltweit bekannt. «Wir haben Skelettteile von rund hundert dieser Pflanzenfresser gefunden, davon ein Dutzend komplette Skelette», sagte Paläontologe und Grabungsleiter Ben Pabst am Montag vor den Medien im Sauriermuseum in Frick.

Raubsaurier-Funde sind extrem selten

Aufgrund von weiteren Skelettteilen wird die Länge des Tieres, das auf den Hinterbeinen lief und möglicherweise als Isolationsschutz ein Federkleid trug, auf 1,5 Meter geschätzt. Da dieses Tier jedoch zwölf Meter tiefer als der erste Raubsaurier lag, dürfte es mehrere Millionen Jahre älter sein.

In Europa wurden bisher erst vier bis fünf Raubsaurier gefunden. Daher kommt der Fund in Frick gemäss Grabungsleiter Pabst einer weltweiten Sensation gleich. Es könne sich um eine neue Art handeln. Wissenschaftliche Abklärungen der Universität Zürich sollen die genaue Art bestimmen.

Neben den Raubdinosaurierknochen wurde auch Plateosaurier-Material gefunden. Die gesamte Grabungsfläche erstreckte sich über rund 6x6 Meter.

Die Funde aus Frick gehen auch ins Ausland. So dieses Jahr nach Belgien, wo um den Plateosaurier «Ben» ein Medienhype entstand. Mit «Fabian», dem weltweit ersten juvenilen Plateosaurierskelett, wird das Sauriermuseum Frick bald über einen weiteren Anziehungspunkt verfügen. Der im Sommer 2016 ausgegrabene, zwei Meter lange Pflanzenfresser ist zum grossen Teil präpariert und wird dann ausgestellt.

Alle sechs Meter ein Skelett

Als vor 205 bis 210 Millionen Jahren diese Tiere in hiesigen Breitengraten lebten, herrschte ein subtropisches Klima mit Regen- und Dürreperioden. An den Wasserstellen fanden sich die Tiere ein. Dies erklärt die hohe Konzentration der Skelette in Frick.

«Bei gewissen Funden sahen wir direkt aufgrund der Stellung der Gliedmassen, dass die Tiere erschöpft waren und starben. Raubsaurier konnten nicht fliegen. Doch aus ihnen entwickelten sich später die Vögel», erläuterte Papst.

Kleines Budget, viele Freiwillige

Der einzigartigen Fundstelle steht jedoch nur ein kleines Budget zur Verfügung. Aus dem kantonalen Swisslos-Fonds fliessen für die Grabungen 50'000 Franken pro Jahr. Der Kanton selbst zahlt weder an die Grabungen noch an die Präparation der Tiere.

Für die Präparation müssen private Geldgeber gefunden werden. So steht zurzeit ein grösserer Geldbetrag dank einer Spende aus Frick zur Verfügung. «Ohne unsere zahlreichen freiwilligen Helfern, die privat viele Wochen in die Grabungen investieren, könnten wir diese Grabungen nie in diesem Umfang durchführen», sagte Pabst.

Die 25'000 Euro für die Präparation des Sauriers in Brüssel kamen via Crowdfunding zusammen. «Ben» wird Mitte Dezember an einer Pressekonferenz unter dem Patronat der Schweizer Botschaft der Öffentlichkeit vorgestellt. (20 Minuten/sda)

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