Aktualisiert 01.04.2010 13:10

Schock in MexikoWurde Paulette von ihren Eltern getötet?

Acht Tage lang suchte ganz Mexiko fieberhaft nach der vierjährigen Paulette. Dabei lag sie tot unter dem Kinderbett. Die Eltern stehen im Fokus der Ermittler.

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Auf grossen Plakaten wurde seit Tagen nach der kleinen Paulette gesucht. (Bild: AP Photo/Alexandre Meneghini)

Auf grossen Plakaten wurde seit Tagen nach der kleinen Paulette gesucht. (Bild: AP Photo/Alexandre Meneghini)

Paulette, das kleine behinderte Mädchen, war am 22. März von den Eltern als spurlos verschwunden gemeldet worden. Die Mutter erzählte, sie habe sie am Abend zuvor «wie gewohnt» ins Bett gelegt. Am nächsten Morgen sei sie nicht mehr dort gewesen. Der Vater sprach von einer Entführung, gab aber selber zu, dass nichts im Haus darauf hindeutete. Weder er noch seine Frau hätten etwas Merkwürdiges gehört oder beobachtet, gab er zu Protokoll. Die beiden Nannys, die sich um die Kleine kümmerten, hätten das Verschwinden am nächsten Morgen bemerkt. Die Familie von Paulette wohnt in einer wohlhabenden Gegend im Norden von Mexiko-Stadt.

Unter grosser Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde acht Tage lang nach der kleinen Paulette gesucht: Das Bild der Vierjährigen war prompt auf grossen Plakaten und Supermarktanzeigen zu sehen und wurde sogar auf Milchpackungen abgedruckt. Im Fernsehen wurden Tag und Nacht Suchaufrufe verbreitet und über Facebook organisierten sich hilfsbereite Menschen, um das Mädchen zu finden.

In Widersprüche verstrickt

Nun wurde die Leiche der behinderten Vierjährigen gefunden: in Bettwäsche gehüllt unter dem eigenen Kinderbettchen versteckt. Das sprach- und gehbehinderte Kind war offenbar erstickt worden. Alberto Bazbaz, der Staatsanwalt des Bundesstaates Mexiko, sagte vor der Presse, die Ermittler hätten nach einigen Tagen eine Entführung ausgeschlossen und deshalb erneut in der Wohnung der Eltern nach dem Kind gesucht. Dort habe man Paulette dann schliesslich gefunden.

Die Eltern sind in Polizeigewahrsam. Sie hatten sich nach tagelangen Befragungen durch die Ermittler allmählich in Widersprüche verstrickt.

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