Spionage-Software: Wurde «Regin» von der NSA entwickelt?

Aktualisiert

Spionage-SoftwareWurde «Regin» von der NSA entwickelt?

Die Enthüllungs-Website «The Intercept» bringt die Spionage-Software «Regin» mit der NSA in Verbindung. Branchenkreise und eigene technische Analysen wiesen darauf hin.

Computer von Firmen und Behörden in mehreren Ländern sind mit der Spionage-Software infiziert (Symbolbild).

Computer von Firmen und Behörden in mehreren Ländern sind mit der Spionage-Software infiziert (Symbolbild).

Die ausgeklügelte Spionage-Software «Regin» wird von der Enthüllungs-Website «The Intercept» mit dem US-Abhördienst NSA und ihrem britischen Partner GCHQ in Verbindung gebracht. Elemente von «Regin» seien bei Angriffen der beiden Geheimdienste auf EU-Institutionen und den belgischen Telekom-Konzern Belgacom festgestellt worden.

«The Intercept» berief sich dabei auf Branchenkreise und eigene technischen Analysen. Bei «The Intercept» werden auch Unterlagen des Informanten Edward Snowden ausgewertet, der die ausufernde Internet-Überwachung durch NSA und GCHQ aufdeckte.

Jahrelange Spionage

Die «Regin«-Software, die von den IT-Sicherheitsfirmen Symantec und Kaspersky öffentlich gemacht wurde, ist besonders schwer zu entdecken. Mit ihrer Hilfe seien Computer jahrelang ausgespäht worden, hiess es. Den Sicherheitsforschern zufolge wurden die meisten Infektionen in Russland und Saudi-Arabien festgestellt.

Die Überwachung von Belgacom war aus den Snowden-Papieren bekannt geworden. Die Software, die für die Überwachung benutzt worden war, war bisher jedoch unbekannt.

«Regin» wird von «The Intercept» mit Stuxnet verglichen, einer Schadsoftware, welche von Israel und den USA entwickelt worden war, um die Computer des iranischen Atomprogramms zu infiltrieren und zu sabotieren.

EU-Kommission ausgespäht

Der GCHQ habe sich im Jahr 2010 Zugang zu Systemen des belgischen Telekom-Konzerns verschafft und darüber auch seine Kunden wie die EU-Kommission und das Europäische Parlament ausgespäht, berichtete «The Intercept» unter Berufung auf mit den Untersuchungen vertraute Kreise bei Belgacom und der EU.

Demnach wurden Spuren von «Regin» auf Computern gefunden und hätten so die Verbindung zu den britischen und US-Geheimdiensten hergestellt.

Der Experte Ronald Prins von Fox IT, der bei der Beseitigung der Schadsoftware aus dem Belgacom-Netzwerk mitarbeitete und vom Online-Dienst zitiert wurde, kam zur Überzeugung, dass es sich um eine der am besten entwickelten Spionagesoftware handelte, die er untersucht habe. (sda)

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