Aktualisiert 24.10.2019 20:37

Regelmässige SitzungenWurde Roger Köppel aus Kulturcafé geworfen?

Roger Köppel schreibt auf Twitter, er sei aus dem Zürcher Buchcafé Sphères geworfen worden. Der Geschäftsführer des Lokals dementiert.

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Roger Köppel machte am 24. Oktober 2019 der Geschäftsleitung des Kulturcafés Sphères im Zürcher Kreis 5 schwere Vorwürfe.

Roger Köppel machte am 24. Oktober 2019 der Geschäftsleitung des Kulturcafés Sphères im Zürcher Kreis 5 schwere Vorwürfe.

Thomas Egli
Der «Weltwoche»-Chefredaktor werde er aus dem Café ausgesperrt.

Der «Weltwoche»-Chefredaktor werde er aus dem Café ausgesperrt.

Facebook/spheresbar
«In einer abgeschiedenen Ecke hielten wir am Mittwoch beim Lunch im kleinen Kreis unsere Themensitzung ab. Jetzt schmeissen sie uns raus. Linke Intoleranz in Zürich», schrieb Köppel auf Twitter.

«In einer abgeschiedenen Ecke hielten wir am Mittwoch beim Lunch im kleinen Kreis unsere Themensitzung ab. Jetzt schmeissen sie uns raus. Linke Intoleranz in Zürich», schrieb Köppel auf Twitter.

Facebook/spheresbar

Was ist an der Hardturmstrasse 66 im Zürcher Kreis 5 los? SVP-Nationalrat Roger Köppel behauptet, er sei dort aus dem Kulturcafé Sphères ausgesperrt worden. Der Geschäftsführer der Bar, Philipp Probst, behauptet das Gegenteil.

Anlass der Auseinandersetzung ist ein Tweet, den Köppel am Donnerstag absetzte: «Die linke Zürcher Szene-Beiz mit Buchladen Sphères sperrt die ‹Weltwoche› aus. Ich kaufe dort seit Jahren Bücher. In einer abgeschiedenen Ecke hielten wir am Mittwoch beim Lunch im kleinen Kreis unsere Themensitzung ab. Jetzt schmeissen sie uns raus. Linke Intoleranz in Zürich.»

Gäste beschwerten sich über Köppels Anwesenheit

Es sei nicht die erste Sitzung an einem Mittwoch gewesen, erklärte Sphères-Wirt Probst gegenüber der NZZ. Seit einigen Wochen habe Köppel im Café einen Tisch für drei bis vier Personen reserviert, um sich dort mit Leuten zu treffen. Die Redaktion der «Weltwoche» liegt ganz in der Nähe des Lokals. Ein Gast des Cafés soll den «Weltwoche»-Verleger dann mal angesprochen und ihm gesagt haben, dass er dort nicht willkommen sei.

Probst gibt zu: In letzter Zeit haben sich einige Gäste über die Anwesenheit des SVP-Politikers beschwert. Doch der Wirt hat mit Köppels Präsenz kein Problem, wie er der NZZ sagte. Er habe sogar am Donnerstagvormittag die Sekretärin des SVP-Politikers angerufen, um die Sache zu klären. «Ich habe ihr erklärt, dass einige Gäste reklamiert haben. Anscheinend hat die Sekretärin das dann so interpretiert, dass Köppel nicht mehr kommen könne.»

Probst findet es schade, dass Köppel die Angelegenheit nicht mit ihm persönlich geklärt hat. Er sei gerne bereit, mit dem «Weltwoche»-Chefredaktor zu reden. «Und wenn Köppel weiterhin hierherkommen will, sehr gerne.» Das Sphères sei ein Kulturcafé «mit einer Haltung, aber wir sind nicht politisch engagiert. Wir sind ein Café, hallo?!»

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