Aktualisiert 06.08.2018 11:19

Erdbeben bei Lombok

«Wurden heute Morgen von Gili Meno evakuiert»

Leser-Reporter berichten, wie sie das Beben auf Bali und Lombok
erlebt haben. Die Gili-Inseln wurden am Montag gar evakuiert.

von
dmo
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Am Donnerstag kam es zu einem Nachbeben der Stärke 5,9. Laut Journalisten vor ort führte dies zu Panik.

Am Donnerstag kam es zu einem Nachbeben der Stärke 5,9. Laut Journalisten vor ort führte dies zu Panik.

AFP/Adek Berry
Erneut stürzten Gebäude ein,die Zahl der Todesopfer steigt stetig. (9. August 2018)

Erneut stürzten Gebäude ein,die Zahl der Todesopfer steigt stetig. (9. August 2018)

AFP/Adek Berry
Aus den Trümmern einer Moschee auf Lombok konnten die Einsatzkräfte einen Überlebenden retten. (7. August 2018)

Aus den Trümmern einer Moschee auf Lombok konnten die Einsatzkräfte einen Überlebenden retten. (7. August 2018)

Ivan Fadillah

Vor der indonesischen Insel Lombok ist es innerhalb einer Woche zum zweiten schweren Erdbeben gekommen. Die Zahl der Toten ist auf mindestens 142 gestiegen. Mehrere hundert Menschen wurden nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde vom Montag verletzt.

Touristen, die sich auf den drei Gili-Inseln vor der Küste Lomboks aufhalten, werden derzeit evakuiert. Darunter auch die 21-jährige Schweizerin Linda H.

Sie schildert, wie sie Gili Meno verlassen musste: «Wir wurden heute morgen von Gili Meno evakuiert. Alle Touristen mussten die Insel verlassen. Unser Hotel ist zerstört. Wir waren im Zimmer, als die Erde so stark bebte. Das Dach fiel uns fast auf den Kopf, Wände brachen ein, die Toilette haute es raus. Wir legten uns auf den Boden und warteten. Wir hatten eine Höllenangst. Eine Frau wurde schwer am Bein verletzt. Uns passierte zum Glück nichts.»

Die Leute auf den Gili Inseln werden evakuiert

Ein Video, das unter den Touristen kursiert, zeigt wie Menschen mit Booten abgeholt werden.

Tsunami-Warnung

Alle Touristen seien dann zu einem Fussballplatz gebracht worden, wo sie die Nacht über gewartet hätten. Vor Panik hätte kaum jemand ein Auge zugemacht.

«Wegen einer Tsunami-Warnung mussten wir das Strandgebiet verlassen», berichtet ein weiterer Leser-Reporter aus Kuta auf Lombok. «Wir schnappten uns unsere Motorräder und fuhren ins Landesinnere, wo wir auf der Polizeistation warteten», schildert der 21-Jährige. Nach etwa vier Stunden durften die Touristen zurück an die Küste.

«Es hat extrem gebebt»

Die ganze Nacht habe es Nachbeben gegeben. «Heute Morgen wollten wir dann nur noch weg. Das Ziel ist die Insel Flores.» Diese liegt weiter östlich. «Wir nehmen jetzt die Fähre, da es keine Flüge mehr gibt. Alle wollen nur noch weg von der Insel. Es herrscht eine seltsame Stimmung.»

Ein 25-jähriger Schweizer erlebte das gestrige Beben nahe dem Touristenort Kuta auf Bali. «Es hat extrem gebebt, der Pool ist übergelaufen und wir wurden aufgefordert, alle rauszugehen. Aber es hat so gebebt, dass wir kaum gehen konnten.» Am Samstag geht es zurück in die Schweiz, derzeit fühle er sich sicher. Aber:

«Wir haben unsere Rucksäcke für alle Fälle immer gepackt.»

Nacht bei Tempel verbracht

Eine weitere Leser-Reporterin, die sich im Osten von Lombok bei Einheimischen aufhält, erzählt, dass sie am Sonntag kurz vor 21 Uhr das starke Beben gespürt hätten. «Wir sind sofort aus den Häusern gerannt. Kurz darauf erhielten wir die Tsunami-Warnung. Daraufhin wurden wir auf einen nahe gelegenen Hügel zu einem Tempel gefahren, da wir uns nur 200 Meter vom Strand entfernt aufgehalten hatten.»

Touristen verlassen Lombok

(Video: Tamedia/AFP)

Video: Leserreporter

«Wünschte mich ins Flugzeug nach Hause»

Das ganze Dorf habe bei diesem Tempel die Nacht ohne Strom verbracht. Aufgrund der Nachbeben dürfen keine Häuser betreten werden. «Alle harren draussen auf Matratzen aus. Soviel ich sehe und verstehe, ist hier nichts beschädigt worden. Wir hatten ziemlich grosses Glück. Jedoch ist alles gesperrt. Wir können gerade nirgendwohin. Jetzt müssen wir abwarten, ich und meine beiden Freunde.» Sie versuchen jetzt zu Verwandten nach Bali zu gelangen um von dort die Reise fortzusetzen.

«Einen kurzen Moment dachte ich aber auch schon, dass ich jetzt eigentlich gern im Flugzeug in Richtung Heimat sässe. Aber die Einheimischen machen uns Mut, sagen, wir sollten uns keine Sorgen machen. Wir versuchen jetzt, darauf zu vertrauen, und hoffen das Beste.»

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