Wettskandal : Wurden in der Schweiz Spiele manipuliert?
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Wettskandal Wurden in der Schweiz Spiele manipuliert?

Nicht nur Italien, auch die Schweiz hat ihren Fussball-Wettskandal. In der Challenge League sollen in der abgelaufenen Saison mindestens vier Spiele manipuliert worden sein. Gibt es gar Verbindungen?

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pre
Locarno soll in der abgelaufenen Challenge-Leauge-Saison in manipulierte Spiele involviert sein. (Bild: Keystone)

Locarno soll in der abgelaufenen Challenge-Leauge-Saison in manipulierte Spiele involviert sein. (Bild: Keystone)

Die Masche ist immer noch die Gleiche: Fussballer erhalten vier- oder tiefe fünfstellige Beträge, damit sie dafür sorgen, dass zum richtigen Zeitpunkt entscheidende Tore fallen. Ein Penalty oder ein «unglückliches» Eigentor kurz vor Schluss spülen den Drahtziehern dann hohe Wettgewinne in die Kassen. So die gängige Praxis, die vor allem in Italien, aber auch in der Schweiz regelmässig zur Anwendung kam.

Ab 2008 wurden vor allem in der Challenge League Spiele manipuliert. Fünf Spieler wurden damals zu bedingten Geldstrafen verurteilt. Damit ist das Thema aber noch nicht vom Tisch. Auch in diesem Jahr soll es zu Wett-Absprachen gekommen sein.

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, wurden in der aktuellen Saison der zweithöchsten Fussballliga wieder Spiele manipuliert. Der Schweizerische Fussballverband hat bei der Bundesanwaltschaft bereits Anzeige erstattet. Aufmerksam wurde der SFV auf die mutmasslich manipulierten Spiele durch Verdachtsmeldungen der Uefa.

Verdächtige Wetten in Locarno

Noch wollten allerdings weder der SFV noch die Bundesanwaltschaft preisgeben, welche Vereine in die manipulierten Spiele verwickelt sind. Gemäss dem «Tages-Anzeiger» steht aber unter anderem die Challenge-League-Partie vom 10. September 2011 zwischen Locarno und Nyon unter Verdacht, manipuliert gewesen zu sein.

Locarno führte in besagter Partie mit 2:0, kassierte nach der Pause den Anschluss- und in der 86. Minute den Ausgleichstreffer. Vor der Schlussphase gingen verdächtig viele Wetten für ein Unentschieden ein. Für beide Teams gilt allerdings die Unschuldsvermutung. Locarno soll auch in andere der mutmasslich manipulierten Spiele involviert sein.

Gritti als Verbindungsmann nach Italien?

Gut möglich ist auch, dass ein enger Bezug zum aktuellen italienischen Wettskandal besteht. Bei den letzten Enthüllungen kamen einige Namen von Verdächtigen ans Licht, die früher bei Tessiner Klubs spielten. So wurde vergangene Woche Matteo Gritti verhaftet, der bei Lugano, YB, Chiasso und Bellinzona im Tor stand. Der 31-jährige Italiener bestreitet allerdings jede Verwicklung in den Wettskandal.

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