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#MeTwo-Debatte«Wurdest du nicht zwangsverheiratet?»

Menschen mit Migrationshintergrund haben oft mit Diskriminierung zu kämpfen. Unter dem Hashtag #MeTwo berichten Betroffene von Alltagsrassismus.

von
sil

Ali Can hat den Hashtag #MeTwo ins Leben gerufen. Damit will er gegen die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund kämpfen.

«Wir brauchen eine ‹MeToo›-Debatte für Menschen mit Migrationshintergrund.» Mit dieser Aussage startet der Deutsche Ali Can den Hashtag #MeTwo. Er ist der Gründer der Hotline für besorgte Bürger und er wurde in der Türkei geboren.

Die Idee für den Hashtag kam Can, als die Debatte über Rassismus im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Fussballnationalmannschaft begonnen hatte. Mittlerweile teilen Tausende Twitter-User aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

«Woher stammt ihr Groll?»

Auch Can berichtet von seinen Erlebnissen auf Twitter. Für sein Engagement erntet der 24-Jährige aber nicht nur Lob. Auf Kommentare wie «Lösch dich, Bruder!» reagiert er aber gelassen: «Woher stammt ihr Groll?», fragt Can etwa einen anderen Twitter-User.

Innert weniger Tage wurde #MeTwo zum Trendthema in den sozialen Medien. Die Posts unter dem Hashtag reichen von Erfahrungen aus der Schulzeit und bei der Wohnungssuche bis hin zu Gesprächen mit Fremden an der Supermarktkasse.

Güzin Kar twittert auch unter Hashtag

Der Hashtag hat mittlerweile auch die Schweiz erreicht. Die Schweizer Autorin und Regisseurin Güzin Kar schreibt etwa auf Twitter, sie verfolge #MeTwo und empfehle dies auch allen anderen.

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