Wurstkrise: EU soll den Cervelat retten
Aktualisiert

Wurstkrise: EU soll den Cervelat retten

FDP-Mann Rolf Büttiker
will mit einem Vorstoss im Parlament die
typischen Schweizer Cervelats
retten. Doch die Zeit wird knapp:
Bereits im Frühsommer neigen
sich die Darmvorräte dem Ende zu.

Die Haut des traditionellen Schweizer Cervelats besteht aus brasilianischen Rinderdärmen. Die EU lässt diese Innereien jedoch aus Angst vor BSE nicht mehr als Lebensmittel zu – und da die Schweiz ihr Lebensmittelrecht der EU angepasst hat, gilt das Importverbot auch für die Helvetier.

Dies hat Folgen: «An der Euro 08 gibts keine Orginal-Cervelats mehr», ist der Präsident des Schweizer Fleisch-Fachverbands, Rolf Büttiker, sicher. Mögliche Alternativen wie Kunst- oder Schweinsdärme seien katastrophal in Bezug auf Geschmack, Farbe, Grilltauglichkeit und Krümmung, so der FDP-Ständerat im «Migros-Magazin». Auch Bell, der grösste Fleischverarbeiter der Schweiz, sieht schwarz: «Die Vorräte der Rinderdärme werden bis im Frühling oder Frühsommer aufgebraucht sein», so Mediensprecher Davide Elia.

Büttiker will nun handeln: «Ich reiche in dieser Session eine Interpellation ein.» Darin werde der Bundesrat aufgefordert, in Brüssel Druck auszuüben, dass das Importverbot mindestens teilweise aufgehoben wird – oder dass für die Schweiz eine Ausnahmeregelung formuliert werde.

Nico Menzato

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