Tod von Didi Mateschitz : «Wussten über den gesundheitlichen Zustand, aber es ist für alle unfassbar»

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Tod von Didi Mateschitz «Wussten über den gesundheitlichen Zustand, aber es ist für alle unfassbar»

Er schuf ein Imperium – aus einer Dose. Dietrich Mateschitz machte sich so zum zigfachen Milliardär. Mit seiner Marketingstrategie prägte er auch den Sport. Jetzt ist er gestorben. 

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Dietrich Mateschitz ist verstorben. 

Dietrich Mateschitz ist verstorben. 

imago images/Eibner Europa
Der Red-Bull-Gründer litt an Krebs. 

Der Red-Bull-Gründer litt an Krebs. 

IMAGO/Sven Simon
Er investierte viele Millionen in den Sport.

Er investierte viele Millionen in den Sport.

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Darum gehts

Dietrich Mateschitz ist tot. Der Red-Bull-Gründer ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Diese Nachricht verbreitete sich am späten Samstagabend. Laut Medienberichten litt der Österreicher an einer Krebserkrankung. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bestätigte am Samstagabend den Tod von Mateschitz. «Wir wussten, dass er in einem sehr schweren gesundheitlichen Zustand war. Aber trotzdem, nachdem es nun eingetreten ist, ist es für uns alle unfassbar.» 

Alle Mitarbeiter von Red Bull erhielten kurz vor Mitternacht eine E-Mail: «In diesen Momenten überdeckt Trauer alle anderen Gefühle. Aber schon bald wird die Trauer Platz machen für Dankbarkeit, dafür, was er verändert, bewegt, bewirkt und so vielen Menschen ermöglicht hat. Wir werden ihm respektvoll und liebevoll verbunden bleiben», hiess es darin. 

Mateschitz prägte mit seinem Unternehmen und seiner Marketingstrategie über viele Jahre den Sport weltweit. Zum Imperium des Österreichers gehören neben dem Fussball-Bundesligisten RB Leipzig unter anderem auch ein Eishockey-Club sowie die Formel-1-Teams Red Bull und Alpha Tauri, ehemals Toro Rosso. Weltweit stehen zahlreiche Sportler bei Red Bull unter Vertrag. Darunter auch Schweizer Athleten wie Marco Odermatt und Fanny Smith. 

«Wir möchten ihn stolz machen» 

Red-Bull-Formel-1-Teamchef Christian Horner zeigte sich sehr bewegt: «Er war ein bemerkenswerter Mann und hat viel für seine Mitmenschen getan. Dietrich hat uns alle inspiriert. Er war enthusiastisch, hat uns alle ermutigt und unterstützt. In den guten und schlechten Tagen. Wir schulden ihm sehr viel.»

Auch Max Verstappen sprach über den Österreicher: «Was er für Red Bull getan hat, für mich, für meine Karriere, es ist ein schwerer Tag für uns.» Ohne ihn würde er nicht dort sein, wo er jetzt sei.  Verstappens Ziel für das Rennen vom Sonntag: «Wir möchten ihn stolz machen.»

Stefano Domenicali, der Präsident der Formel 1, schrieb: «Ich werde ihn sehr vermissen, so wie die ganze Formel-1-Gemeinschaft.»

Der Formel-1-Chef von Mercedes, Toto Wolff, äusserte sich ebenfalls über den Tod des Red-Bull-Bosses. Die Nachricht kam kurz vor dem Start des Qualifyings zum GP der USA: «Er war der beeindruckendste Unternehmer, den wir in Österreich je hatten. «Er hat eine Marke kreiert und einen Bereich, den es vorher nicht gab. Was er für den Sport gemacht und wie viel er dem Sport gegeben hat, hat es davor nicht gegeben.» Wir denken an seine Familie, seine Freunde, seinen Sohn.» 

Rechtspopulistische Äusserungen und «Wings for Life»

Wer die Nachfolge von Dietrich Mateschitz antritt, ist zunächst offen. Seit ein paar Jahren wird sein Sohn, den Mateschitz mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin hat, entsprechend aufgebaut. Mateschitz gehörte allerdings gar nicht die Mehrheit an Red Bull, sondern 49 Prozent. Die anderen 51 Prozent sind im Besitz der thailändischen Familie Yoovidhya. 

Mateschitz fiel auch mal durch rechtspopulistische Äusserungen auf. Und der firmeneigene Sender Servus TV wurde schon kritisiert, weil er auch Verschwörungstheoretikern und Querdenkern eine Plattform gegeben haben soll.   

Frei von Kritik sind Mateschitz und Red Bull auch sonst nicht. «Als hätte es die Toten nie gegeben», titelte einst «Der Spiegel» in einem Beitrag über Red-Bull-Sportler, die in Hochrisiko-Sportarten mit ihren spektakulären Aufnahmen ihr Leben liessen. Die ARD widmete dem Thema mal eine Reportage mit dem Titel «Die dunkle Seite von Red Bull.» Andererseits half Mateschitz mit seinem Vermögen seit 2004, dass Querschnittslähmungen künftig besser behandelt werden könnten. Er gründete zusammen mit dem zweifachen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner, dessen Sohn nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, die Privatstiftung «Wings for Life» – Flügel fürs Leben.  

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(fss/dpa)

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