Christoph Maria Herbst: «Wut kann etwas sehr Positives sein»
Aktualisiert

Christoph Maria Herbst«Wut kann etwas sehr Positives sein»

Christoph Maria Herbst ist als Vogel Red in «The Angry Birds Movie» notorisch schlecht gelaunt. Im Gespräch zeigt sich der «Stromberg»-Star aber entspannt.

von
C. Steiner

Die erste Frage liegt auf der Hand: Sind Sie gut zu Vögeln, Herr Herbst?

Ehrlicherweise ja, denn ich bin Veganer. Eier und Hähnchen kommen bei mir schon mal nicht auf den Tisch. Darüber freut sich jeder Vogel.

Und was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Wir lernen in «Angry Birds», dass Wut etwas sehr Positives sein kann. Red schafft es so, die anderen zu motivieren, gegen Ungerechtigkeit vorzugehen. Im Alltag bringt mich aber eigentlich gar nichts in Rage. Das mag man jetzt gar nicht glauben, weil ich oft Arschlöcher spiele.

Mögen Sie Videospiele oder ist Ihnen diese Welt fremd?

Überhaupt nicht. Ich bin schon lange «Angry Birds»-Fan. Jetzt denken Sie bestimmt, Sony hat mir einen Zehner extra auf den Tisch gelegt, um das zu sagen. Es ist aber so. Bjarne Mädel, der mit mir in «Stromberg» spielte, sass damals immer in der Ecke und war am Gamen. Er hat mich angefixt. Mittlerweile habe ich alle Levels drauf.

Apropos «Stromberg»: Werden wir Sie noch mal in Ihrer Paraderolle sehen?

Nein. Darüber freuen sich aber meine Therapeuten. Es gibt sicher Fans, die deswegen traurig sind. Für meine innere Hygiene ist es aber ganz gut.

Alle reden zurzeit über die Grenzen von Satire. Wo liegen die bei Ihnen?

Satire darf eben nicht alles, darüber haben schon höchste Gerichte befunden. Das finde ich bis zu einem gewissen Punkt auch richtig. Damit will ich aber nicht sagen, dass ich es richtig finde, was Erdogan da gerade veranstaltet.

Was halten Sie von Böhmermanns Schmähgedicht?

Es war weder lustig noch künstlerisch, und vor allem war es nicht politisch. Im Gedicht kommt das Wort «Kurden» einmal vor, ansonsten geht es nur um Sodomie und kleine Eier. Das ist nicht so meine Satire-Welt. Trotzdem ist es ein Knaller, dass es so ein Schmähgedicht einmal um die Welt schafft und Thema im Europaparlament wird.

Was machen Sie als Nächstes?

Pause! Ich bin 50 geworden und war die letzten Jahre sehr fleissig. Meine Oma sagte immer: «Willst du gelten, mach dich selten.» Ich glaube, sie hatte recht. Aber man wird sicher noch von mir hören.

«Angry Birds – Der Film» startet am 12. Mai in den Schweizer Kinos.

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