Lampedusa: Wut und Frust im Auffanglager
Aktualisiert

LampedusaWut und Frust im Auffanglager

Starker Wind hat die geplante Verlegung von rund 3500 tunesischen Flüchtlingen von der Insel Lampedusa auf das Festland verhindert. Die Wut wächst - sowohl bei Flüchtlingen als auch bei den Italienern.

Am Samstag setzte ein Tunesier offenbar einen Wohnwagen in Brand.

Am Samstag setzte ein Tunesier offenbar einen Wohnwagen in Brand.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte den Einwohnern von Lampedusa versprochen, dass die Aktion bis zum Freitag abgeschlossen sei. Wegen heftiger Böen konnten die Fähren jedoch nicht wie vorgesehen ablegen. Bei den Flüchtlingen, die über nicht genug Lebensmittel und Wasser klagen, machte sich immer mehr Ärger und Frust bereit.

In einem als Unterkunft genutzten alten Wohnmobil brach am Samstag ein Feuer aus. Der Brand sei von einem jungen Tunesier gelegt worden, berichteten mehrere Landsleute laut Polizei. Der Verdächtige wurde festgenommen und verhört. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Migranten auf Lampedusa

Möglicherweise habe jemand auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam machen wollen, sagte Polizeisprecher Fabrizio Pisanelli. Sie fordern neben mehr Lebensmitteln und Duschgelegenheiten vor allem Garantien, dass sie bald von Lampedusa weggebracht werden.

Flüchtlingsinvasion auf Lampedusa

Polizeisprecher Pisanelli zufolge trafen allein im März 78 Boote mit Flüchtlingen aus Tunesien in Lampedusa ein. Zwei weitere Boote mit mehreren hundert Menschen aus Somalia und Eritreia seien aus Libyen gekommen. Rund 2500 Flüchtlinge wurden Anfang der Woche an Bord von Fähren und Flugzeugen in Flüchtlingslager auf dem Festland gebracht. (dapd)

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