Aktualisiert 25.10.2006 12:02

WWF: «Grösstes Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier»

Die Vielfalt der Arten auf der Erde nimmt dramatisch ab, während der Mensch deutlich über seine Verhältnisse lebt: «Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergeht wie bisher, werden wir bis zum Jahr 2050 zwei Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken», kritisiert der World Wide Fund for Nature (WWF).

Die Folge sei eine beispiellose Umweltzerstörung, vor der die Umweltstiftung WWF in ihrem nun vorgelegten Zustandsbericht für den Planeten Erde warnt. Die Welt erlebe zur Zeit «das grösste Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier», heisst es im «Living Planet Report 2006».

Forscher hatten für den WWF-Bericht die Bestandsdaten von mehr als 1300 Tierarten analysiert. Die Zahl der Wildtierarten in dieser Analyse sank von 1970 bis 2003 um 30 Prozent. Besonders gravierend fiel der Rückgang mit minus 55 Prozent in den Tropen aus, wo die tier- und pflanzenreichen Wälder zu Gunsten von Acker- und Weideflächen abgeholzt werden. «Seit den achtziger Jahren hat der Index für Artenvielfalt einen starken Sinkflug hingelegt», sagte WWF-Naturschutzdirektor Christoph Heinrich. «In den letzten Jahren hat er sich auf einem alarmierenden Niveau stabilisiert.»

Mensch überstrapaziert die Biokapazität der Erde

Während immer mehr Lebensräume für Wildtiere verlorengingen, steige der sogenannte ökologische Fussabdruck des Menschen ungebremst weiter. Dieser Index misst den Verbrauch der natürlichen Ressourcen in Form von fossilen Brennstoffen, Wohnfläche oder Ackerland. Rein rechnerisch steht der Studie zufolge jedem Erdenbürger eine Fläche von 1,8 Hektar zur Verfügung, um seinen Bedarf zu decken. Tatsächlich verbrauche jedoch jeder Mensch 2,23 Hektar. Damit werde die Biokapazität der Erde schon um knapp ein Viertel überschritten - im Jahr 2004 war es erst ein Fünftel.

(dapd)

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