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WWF verzichtet auf Rekurs gegen Abschuss von JJ3

Die Umweltschutzorganisation WWF will gegen den Abschuss des Bündner Bären JJ3 nicht rekurrieren. Zwar sei der Abschuss Mitte April zu Unrecht erfolgt, das «Konzept Bär Schweiz» sei aber zu schwammig formuliert, kritisierte der WWF Schweiz.

In den vergangenen Wochen hat der WWF die Umstände geprüft, die zum Abschuss von JJ3 führten. Dabei ist man zum Schluss gekommen, dass das «Konzept Bär Schweiz» grosse Schwachstellen aufweist und ungenügend umgesetzt wurde, wie die Umweltschutzorganisation schreibt.

Kritisiert werden vor allem die Formulierungen, die die Umklassierung eines «Problembären» zum «Risikobären» regeln sollen. Diese seien viel zu schwammig formuliert. Deshalb verzichte der WWF auf eine Einsprache, dies obwohl sich JJ3 nie aggressiv gegen Menschen verhalten habe.

Vielmehr müsse das «Konzept Bär Schweiz» dringend präzisiert werden. Es darf nicht sein, dass auch der nächste Bär, der in die Schweiz einwandert, wieder abgeschossen wird, wie der WWF schreibt. JJ3 sei nicht zuletzt abgeschossen worden, weil die Behörden die Bevölkerung ungenügend über die Abfallproblematik und den weiteren Umgang mit Bären informiert hätten. Dies müsse sich ändern.

Dazu habe die Umweltschutzorganisation bereits die Verantwortlichen bei Bund und Kanton kontaktiert. Die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Umweltorganisationen müsse künftig verstärkt werden, wie dies bereits beim Herdenschutz der Fall ist. Nur so könnten die Bären im Alpenraum überleben.

JJ3 war am vergangenen 14. April erlegt worden. Dies nachdem er auf der Suche nach Nahrung keine Scheu vor Menschen gezeigt hatte und in der Folge zum «Risikobär» wurde. (dapd)

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