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Gesperrte SaisonkartenXamax-Fans dürfen nicht ins Stadion

Xamax-Boss Bulat Tschagajew höchstpersönlich hat dafür gesorgt, dass die Mitglieder der beiden Xamax-Fanklubs «Tigers» und «Fanatix» nicht zum Heimspiel gegen den FC Thun gelassen wurden.

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dmz/pre

Unglaublich, was sich am Samstagabend in Neuenburg abspielte: Den Mitgliedern der beiden Xamax-Fanklubs «Tigers» und «Fanatix» wurde vor dem Heimspiel gegen den FC Thun der Eintritt in die Maladière verwehrt. Grund für das Stadionverbot, das Xamax-Besitzer Bulat Tschagajew höchstpersönlich veranlasst hat, soll das Nichtbezahlen der Saisonabonnements sein.

Tatsächlich haben die Fanklub-Mitglieder ihre Saisonkarten bis jetzt noch nicht bezahlt. Allerdings ohne selbst dafür verantwortlich zu sein. Wie ein betroffener Fan berichtet, hat Tschagajew den Fanklubs im Sommer angeboten, ihnen die Saisonkarten gratis abzugeben. Das lehnten die «Tigers» und «Fanatix» aber ab und deponierten die Summe für die Tickets auf einem Sperrkonto. Falls die Rechnung für die Saisonkarten doch noch kommen sollte, hätte sie so schnell beglichen werden können. Doch Xamax forderte das Geld nie ein.

Am vergangenen Freitag wollten die Xamax-Fans die Verwirrung um die ausstehende Zahlung endlich klären. Ein Treffen wurde aber im letzten Moment abgesagt. Das Sekretariat teilte den Vertretern der Fanklubs schliesslich mit, dass die Saisonkarten im Auftrag von Bulat Tschagajew blockiert wurden. Die Schuld liege aber beim einstigen Management, das der Tschetschene unlängst entlassen hat.

Nicht-protestwillige Fans ausgesperrt

Gemunkelt wird allerdings, dass Tschagajew mit der Sperrung der Tickets auf den Boykott der Fans reagiert hat. Am 7. September riefen die «Fanatix» und die «Tigers» zum Heimspiel-Boykott bis zur Winterpause auf. Die Fans wollten den Sektor D bis im Dezember aus Protest gegen die Klubleitung symoblisch leer lassen.

Diejenigen Fans, die sich nicht an den Boykott halten wollten, hat Tschagajew nun also ausgesperrt. Sie mussten sich ihr Ticket an der Tageskasse holen und so fand das Spiel vor nur gerade 2000 Zuschauer (Saison-Minusrekord) statt. Immerhin: Vor dem nächsten Heimspiel gegen YB am 27. Oktober soll es doch noch ein Treffen der Fans mit der Klubleitung geben. Ob es dann zu einer «friedlichen» Lösung kommt, bleibt angesichts der verhärteten Positionen mehr als fraglich.

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