Doch wieder im Training: Xamax streikt für eine halbe Stunde

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Doch wieder im TrainingXamax streikt für eine halbe Stunde

Da die September-Löhne nicht ausbezahlt wurden, boykottierten die Xamax-Profis heute zunächst das Training. Schnell wurde eine Lösung gefunden, das Geld soll morgen überwiesen werden.

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pre/mfr

Das erste Training von Xamax nach dem Kurzstreik. (Video: 20 minutes online)

In Neuenburg brodelt's seit langem. Nachdem die letzte Frist für die Zahlung der Septemberlöhne für die Spieler von Xamax abgelaufen ist, haben die Spieler heute Morgen gestreikt.

Für Mittwoch hatte der Verein den Spielern eine Lösung versprochen. Die Löhne wurden bis zur vereinbarten Frist aber nicht überwiesen. Vor dem Trainingsgelände von Xamax warteten um 10 Uhr zwar viele Journalisten, diese standen jedoch vor verschlossenen Türen. Alles war abgesperrt, Spieler waren keine da. Nach dem gemeinsamen Morgenessen beschlossen die Xamax-Profis, das Training vorerst abzusagen.

Geld soll morgen überwiesen werden

Nur 30 Minuten später war der Kurzstreik schon wieder beendet. Nach einem Gespräch mit Sportdirektor Christophe Moulin ist ein Kompromiss gefunden worden. Tschagajew scheint eingelenkt zu haben: Die Gehälter sollen am Donnerstag überwiesen werden. Falls nicht, könnte die Partie gegen Luzern am kommenden Samstag boykottiert werden. Weitere Massnahmen der Akteure sind allenfalls für die nächste Woche geplant. So richtig in Streiklaune sind die Spieler aber nicht.

Haris Seferovic, Sebastian Geiger und Mike Gomes verliessen nach dem Gespräch mit der Vereinsführung die Maladière mit einem Ballsack in Richtung Trainingsgelände in Le Chanet, wo Victor Muñoz doch noch ein Training leitete. Zur Situation äussern wollten sich aber weder Spieler noch Trainer.

Nur Raoul Savoy, Mitglied des Trainerstabs, stand den Journalisten Red und Antwort. Von einem Streik wollte er allerdings nichts wissen. «Die Spieler haben sich schlau gemacht, wie sie ihre Rechte verteidigen können. Sie sind aber nie offziell in den Streik getreten», erklärte der Technische Deligierte.

Noch mehr finanzielle Probleme

Neben den ausstehenden Spieler-Löhnen hat die Xamax-Führung weitere finanzielle Forderungen am Hals. Die Zahlungsbefehle, Betreibungen sowie Lohn- und Schadensersatzklagen belaufen sich mittlerweile auf 3,2 Millionen Franken. Neben den Spielern sollen auch sämtliche weiteren Angestellten des Klubs auf ihre Löhne warten.

Die offenen Rechnungen des Kantons für die Sicherheit seit der Saison 2008/2009 betragen 900 000 Franken. Zudem liess Klubbesitzer Tschagajew eine von der Disziplinarkommission der SFL bis Montag letzter Woche angesetzte Frist verstreichen. Der Tschetschene muss noch immer nachweisen, dass das Budget für die aktuelle Saison gedeckt ist.

Die Xamax-Spieler auf dem Weg ins Training. (Quelle: 20 minutes online)

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