Aktualisiert 20.05.2020 09:29

Raphaël Nuzzolo

Xamax-Stürmer will Abbruch der Saison und Ligaaufstockung

Der Routinier ist der erste Super-League-Spieler, der sich öffentlich gegen Geisterspiele einsetzt. Und bringt gleich noch Verbesserungsvorschläge.

von
Laura Inderbitzin

Darum gehts

  • Xamax-Routinier Raphaël Nuzzolo will die Saison wegen des Coronavirus nicht beenden.
  • «Ich sehe keinen Sinn, noch weiterzuspielen», sagt der 36-Jährige.
  • Dafür möchte er die Liga gerne auf 12 oder 14 Teams aufstocken.

Während in der Bundesliga schon wieder gespielt wird, steht der Entscheid über Saisonabbruch oder Geisterspiele in der Schweiz noch immer aus. Nun meldet sich aber erstmals ein Super-League-Spieler öffentlich zu Wort und bezieht Stellung. «Ich sehe keinen Sinn, noch weiterzuspielen», plädiert Raphaël Nuzzolo für einen Abbruch.

Der Xamax-Routinier, der in der höchsten Liga schon 380 Partien absolviert hat, sagt in einem Liveinterview mit SRF auf Instagram: «Die TV-Einnahmen sind in der Schweiz nicht so hoch wie beispielsweise in Deutschland.» Nur oder vor allem deshalb weiterzuspielen, lohne sich hierzulande demnach nicht.

Zwar haben sich mit Lugano, Sion und Xamax schon ganze Clubs für einen Abbruch ausgesprochen, einzelne Spieler wagten das bisher nicht. Der ehemalige YB-Stürmer geht noch einen Schritt weiter und liefert Verbesserungsvorschläge für die Liga.

Raphaël Nuzzolo spielt insgesamt schon fast 15 Jahre für Xamax, nur von 2011 bis 2016 machte er einen Abstecher zu den Young Boys.

Raphaël Nuzzolo spielt insgesamt schon fast 15 Jahre für Xamax, nur von 2011 bis 2016 machte er einen Abstecher zu den Young Boys.

Foto: Urs Lindt/Freshfocus

«Wir suchen seit Jahren etwas, das gut für den Schweizer Fussball ist, das ihn verbessern könnte», sagt der 36-Jährige. Jetzt sei ein guter Zeitpunkt, etwas zu ändern. «Man könnte die Liga auf 12 oder auf 14 Teams vergrössern», schlägt er vor, «es wäre für mich die momentan beste Lösung, und dann könnte man im September wieder mit dem Fussballspielen beginnen.» Erst vor rund einem Monat hatten die Clubs eine Aufstockung auf 12 Mannschaften abgelehnt.

Sein Vorschlag habe indes nichts damit zu tun, dass Nuzzolo mit dem neuntplatzierten Xamax abstiegsgefährdet ist und sich mit einer Aufstockung retten könnte. Das werde ihm immer wieder vorgeworfen. «Aber wenn ich wirklich Angst hätte abzusteigen, dann wäre ich nach YB nicht zu Xamax zurückgekehrt. Ich spiele schon 15 Jahre gegen den Abstieg, das liegt in meiner DNA», so der rot-schwarze Routinier.

Eine Aufstockung wäre nur für das Wohl der Schweizer Liga, so Nuzzolo. Er sagt: «Lausanne hätte es verdient, in die Super League aufzusteigen. Und auch Vaduz oder GC … aber da müsste man dann noch schauen.»

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3 Kommentare

Paulo A.

20.05.2020, 13:18

Ach nein,das hat selbstverständlich nichts damit zu tun,dass Xamax noch absteigen könnte *ironie off*

alibara

20.05.2020, 11:59

nach über 3 Monaten mit einem modus interruptus weiterzufahren ist sportlich schon diskussionswürdig. die verbliebenen 13 runden würden ja auch mit doppelspielen pro woche bis in den august führen. und dann gerade mit der neuen saison beginnen ???!!! lieber abhaken, über die bücher gehen, neu mit modus und meisterschaft anfangen. d'accord, raphaël

Nutzolos

20.05.2020, 09:53

Klar sieht er als 36-jähriger keinen Nutzen im Fortführen der Saison. Mit Xamax kann er weder den Meistertitel noch den Cup holen. Zudem kann ihm sein Marktwert und sein Fitness-Level auch egal sein, da seine Karriere als aktiver Sportler so gut wie zu Ende ist. Aber es gibt Mannschaften und junge Spieler, welche noch Ambitionen haben. Das soll man diesen nicht verunmöglichen.