Nati-Aufgebot: Xhaka solls gegen England richten
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Nati-AufgebotXhaka solls gegen England richten

Ottmar Hitzfeld wird bei der Kaderbekanntgabe für das England-Spiel wohl mit einer dicken Überraschung aufwarten: Der Basler Granit Xhaka dürfte erstmals aufgeboten werden.

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E. Tedesco/R. Fehr

«Ich kann es kaum fassen», sagte Granit Xhaka während der FCB-Meisterfeier und hielt den Pokal beinahe innig fest: «Den lasse ich nicht mehr los, den nehme ich mit heim.» Nun, den Meisterpott musste der Mittelfeldspieler wieder hergeben, aber was er mit zarten 18 Jahren bereits erreicht hat, ist wirklich unfassbar: Weltmeister 2009 mit der U17, Debüt bei Titelverteidiger Basel im Sommer 2010 mit 17 Jahren, über 20 Einsätze in der Premierensaison und jetzt bereits Schweizer Meister 2011.

Doch das Sahnehäubchen auf die Saison setzte Trainer Thorsten Fink in der Meisternacht. Wie 20 Minuten Online erfahren hat, teilte er dem Jungstar während der Party mit, dass er aller Voraussicht nach am Freitag erstmals ein A-Nati-Aufgebot von Ottmar Hitzfeld erhalten werde. Am 4. Juni muss die Schweiz im legendären Wembley-Stadion gegen England siegen, um sich weiter Chancen auf die EM-Qualifikation auszurechnen – und mittendrin der 18-jährige Shootingstar?

Ein absolutes Riesentalent

Ins Bewusstsein der Schweizer Fussballfans spielte sich der gebürtige Kosovare bei der U17-WM in Nigeria. Danach verschwand er wieder etwas von der (nationalen) Bildfläche – bis am 28. Juli 2010. Basel führte damals in der Champions-League-Qualifikation in Debrecen 1:0, als Fink den Jungspund in der 88. Minute einwechselte. In der Nachspielzeit hämmerte Xhaka mit links den Ball zum 2:0 in den Winkel – ein Traumtor. Rund einen Monat später debütierte er in der Axpo Super League und hat sich im stark besetzten Basler Mittelfeld neben Benjamin Huggel und Gilles Yapi zu mehr als einer Alternative entwickelt.

Neben seiner Schusskraft brilliert Xhaka mit starker Technik, einem athletischen Körperbau und vor allem einer unglaublichen Coolness für einen 18-Jährigen. Xhaka ist ein Riesentalent im Schweizer Fussball, vielleicht eines der grössten der letzten Jahre. Mental scheint er der Situation gewachsen. So liess er verlauten: «Ich möchte nicht ins Ausland wechseln, um dort auf der Bank zu versauern, so wie es Ben Khalifa widerfahren ist.»

Nationenfrage stellt sich nicht

Und die Nationenfrage, stellt sich die bei einem definitiven Aufgebot? «Nein, wenn es mit der A-Nati klappt, werde ich nicht zögern», erklärte das Jungtalent schon einige Male. Für ein anderes Land zu spielen, war für ihn nie ein Thema. Ähnlich drückte sich FCZ-Angreifer Admir Mehmedi nach dem letzten Saisonspiel aus: «Ein Aufgebot wäre sehr schön.» (Video unten). Auch er wird als Kandidat für Hitzfeld gehandelt. Ob die beiden wirklich zum Handkuss kommen, erfahren wir am Freitag um 11 Uhr. Dann wird das Kader bekanntgegeben.

Admir Mehmedi über das mögliche Nati-Aufgebot

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