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Grosse FussstapfenXhaka wie Schweinsteiger

Ottmar Hitzfeld vertraut in der EM-Quali weiter auf Granit Xhaka. Der Nati-Coach sieht Parallelen zwischen dem jungen Basler Spielmacher und dem Bayern-Dirigenten Bastian Schweinsteiger.

von
Eva Tedesco
Laut Nati-Coach Ottmar Hitzfeld steht Granit Xhaka eine grosse Zukunft bevor.

Laut Nati-Coach Ottmar Hitzfeld steht Granit Xhaka eine grosse Zukunft bevor.

«Ich werde den Erfolg des FC Basel gegen Manchester beim Zusammenzug erwähnen und den Spielern persönlich zu der grandiosen Leistung gratulieren. Sie haben beste Werbung für den Schweizer Fussball gemacht. Einigen Jungen in dieser Mannschaft gehört die Zukunft und von ihnen wird auch die Schweizer Nati noch profitieren», sagt Hitzfeld. Die junge Generation sei mental stärker, psychisch belastbarer, technisch und taktisch gut ausgebildet und spielintelligent, das habe man im Old Trafford, aber auch schon im letzten EM-Qualispiel gegen Bulgarien (3:1), wo Xherdan Shaqiri drei Treffer erzielte, gesehen. Der Lörracher lobt FCB-Goalie Yann Sommer, Fabian Frei und vor allem Granit Xhaka, die gegen ManU «über sich hinausgewachsen sind».

Tatsächlich ist Xhaka, obwohl er erst zwei Länderspiele absolviert hat, im 4-2-3-1-System von Hitzfeld ein fester Bestandteil geworden. Ein deutlicher Hinweis: Trotz sechswöchiger Verletzungspause und fehlender Spielpraxis hat der Nati-Coach den Einsatz des jungen Bebbi gegen Bulgarien forciert. Xhaka dankte dem Nati-Trainer mit einer guten Performance. Hitzfeld: «Er ist extrem reif und hat gute technische Fähigkeiten. Er ist stets anspielbar. Er verfügt über hohe Spielintelligenz, liest das Spiel gut und reagiert stets richtig. Ich sehe grosse Ähnlichkeiten mit Bastian Schweinsteiger, den ich mit 18 Jahren in die erste Mannschaft von Bayern München geholt habe.»

Ballsicherheit und Bärenruhe

Seither ist eben dieser Schweinsteiger bei den Bayern, wie auch in der deutschen Nationalelf (89 Länderspiele/22 Tore), zur sicheren Ballverteilerstation gereift. Im zentralen Mittelfeld strahlt «Schweini» Ballsicherheit und eine Bärenruhe aus. Er ist immer anspielbereit, zirkelt gefühlvoll mit dem Rist Flanken auf die Stürmer oder spielt ihnen perfekte Pässe. Der 27-jährige Mittelfeldspieler geht in den Angriff mit, hat Mut selbst mal abzuziehen und steht auch defensiv stark.

«Granit und Schweinsteiger sind ähnliche Typen», gibt FCB-Trainer Thorsten Fink seinem ehemaligen Bayern-Chef Recht. Und er muss es ja wissen als ehemaliger Mannschaftskollege von Schweinsteiger und als aktueller Trainer von Xhaka. «Ich kenne Bastian aus meiner Münchner Zeit gut und auch ich sehe eine ähnliche Entwicklung der beiden», sagt Fink. «Granit ist heute in etwa gleich weit, wie Bastian es in dem Alter war. Auch Granit kennt keine Angst, strahlt Ruhe aus und hat viel Selbstvertrauen. Er ist wie ‹Schweini› ballsicher, hat einen guten Schuss und eine gute Übersicht. Es macht unheimlich Spass als Trainer, so einen Spieler in der Mannschaft zu haben.»

Xhaka - ein Ausnahmetalent

Wie in Basel steht Xhaka auch in der Nati am Anfang seiner Karriere. Dennoch hat Hitzfeld keine Skrupel den jungen Spielmacher ins kalte Wasser zu werfen. Das hat bereits im Wembley geklappt und auch gegen Bulgarien. Hitzfeld: «Die Jungen brauchen Praxis, aber wenn man ihnen das Vertrauen schenkt, dann zahlen sie es einem zurück – wie Xherdan Shaqiri gegen Bulgarien. Ich bin optimistisch, dass es auch andere tun werden.» Und bei seinem Spielmacher ist der Weltklasse-Trainer sogar sicher: «Granit ist ein Ausnahmetalent. Er hat eine grosse Karriere vor sich. Granit ist jetzt schon ein wichtiger Spieler für die Nationalmannschaft geworden.»

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